22.01.07

Marco-in-Beirut

So, einen Beitrag hab ich noch ueber Beirut, dann ist aber auch mal gut- ansonsten muss ich den Blog noch in Marco-in-Beirut umbenennen. Hier jetzt das, was ich auch gemacht haette, wenn ich alleine hier her gekommen waere: Das Standardtouriprogramm.

Trotz Regen und bitterer Kaelte haben wir uns nicht abhalten lassen und sind mit der Seilbahn den Berg hoch, um die Aussicht zu geniessen und meine erste Libanonzeder zu sehen. Ausserdem sind wir noch zusammen mit Alis (sehr nettem) Freund Toni nach Byblos und in die Jeita-Tropfsteinhoehlen gefahren.


Byblos ist eine Stadt ca. 40 km noerdlich von Beirut an der Mittelmeerkueste und behauptet von sich selbst, die älteste, kontinuierlich bewohnte Stadt der Welt zu sein. Da ich seit meiner Ankunft in Dubai Superlativen skeptisch gegenueberstehe ("hoechstes, freistehendes Wohngebaeude im Nahen Osten mit hellblau getupfter Rueckfassade"), habe ich das erstmal mit Wikipedia gegengeprueft- und siehe da: auch da ist Byblos mit 5000 v. Chr. auf Platz 1. Ein sehr nettes Staedtchen mit einigen beeindruckenden Bauten. Da sowohl Toni als auch Ali aber schon zig mal alles dort gesehen hatten, wurde ich mehr oder weniger im Schnelldurchlauf durch die Stadt geschleift.

In den Tropfsteinhoehlen dagegen haben wir sehr viel Zeit verbracht, was aber nicht weiter schlimm war, da auch die jede Sehenswuerdigkeit in Dubai mit links in den Schatten stellen. Leider darf man dort keine Fotos machen, deswegen gibts davon nur hasige Bilder der Internetpräsenz der Besagten. Riesig gross, ueber Jahrtausende gewachsen und erst vor ein paar Jahrzehnten entdeckt- zahllose Stalaktiten und Stalagmiten, manche sahen aus wie riesige Waelder, manche wie enorme Orgelpfeifen, manche wie Elbenstaedte aus "Herr der Ringe" und zu guter letzt gab es noch eine zweite, ebenso grosse Hoehle, die halb unter Wasser steht und durch die man mit einem Boot durchfaehrt. Wunderbar!

Fuer alle, die ueber einen Urlaub in Dubai nachdenken: Fahrt in den Libanon- da gibt's bei weitem mehr zu sehen (und ich rede nicht nur vom Frühstück, nicht bewaesserten Grashalmen und Gebäuden, die älter als 50 Jahre sind). Natuerlich nur, wenn man ein wenig risikobereit ist. Zwei Tage nachdem ich wieder zureuck in Dubai war, ging die Stadt leider mal wieder im Chaos unter- der Flughafen und alle Haupteinfallsstrassen wurden besetzt, es gab Strassenschlachten, Autos wurden als Barrikaden benutzt und gingen in Flammen auf und einige Menschen kamen ums Leben. Aber davon mal abgesehen eine wunderbare Stadt!


Vor der ersten Moschee, die ich je betreten habe
In front of the first mosque I've ever entered













Es war so kalt, dass ich selbst im Restaurant mit dicker Jacke und Schal sass
It was that cold that I wore my thick jacket and the scarf even in the restaurant









Alright, this will be my last post about my Beirut trip- otherwise I have to change the title of this blog to Marco-in-Beirut! These are things I probably would have done as well if I would have come here on my own.

Rain and low temperatures couldn't stop us from taking the téléphérique up the hills in order to enjoy the view and to see my first Lebanon cedar. In addition to that we went to see Byblos and the caves in Jeita together with Ali's (very nice) friend Toni.

Byblos is a town 40 km North of Beirut at the mediterraenen sea side and claims to be the oldest continuously inhabited city in the world. Since I arrived in Dubai I don't trust any kind of superlatives any more ('tallest, free-standing residential building in the Middle East with a light blue facade to the rear'), so I double-checked in the internet, but even on wikipedia's list Byblos is #1 of the oldest cities in the world (5000 B.C.). A very beautiful city with some impressing buildings. As both Toni and Ali have been there already for a couple of times, unfortunately we didn't spend too much time there.

But we spent a lot of time in the caves of Jeita, which are well worth seeing and which are by far better than any sight in Dubai. Unfortunately you are not allowed to take any pictures- that's the reason I just post some images from their website. The cave is huge, it has just been discovered a couple of decades ago, it has a lot of stalactites and stalgmites which took tens of thousands of years to grow- some of them look like forests, some like organ-pipes, some like some Elven city from Lord Of The Rings and in addition to that there was another cave, as big as the first one but half of it is filled with water so you need to go by boat to have a look at it. Amazing!

For all of you that were thinking about travelling to Dubai at some stage: Change your destination and go to Beirut instead- there is much more to see (and I'm not just talking about the breakfast, non-irrigated lawn and buildings that are older than 50 years). But only if you are a bit if a risk-taker that is. Two days after I came back to Dubai, again there were some uproars happening in Beirut: they closed the airport, blocked the main roads off, there were riots in the streets, they used cars as barricades, they burnt cars down and some people even lost their lives. But apart from that a great place!

21.01.07

Sklavenkopf / Slave's head

Am nächsten Tag gings dann wieder zu Alis wunderbarer Familie, wo wir zum Mittagessen eingeladen waren. Diesmal waren sogar noch mehr Schwestern, Kinder und Kindeskinder anwesend und das Essen war wieder mal fantastisch. Die gute Frau hat wohl morgens um vier schon angefangen, das Essen vorzubereiten (oder ist einfach etwas fixer als ich). Diesmal gab es Sheshbarak (mit Fleisch gefüllte Hackbällchen (auf die geniale Idee muss man erst mal kommen) in warmen Joghurt) mit Reis, Petersilien-Eier-Omlett, mit Reis und Fleisch gefuellte, marinierte Weinblätter, Motabal Batenjan (Auberginenpüree mit Sesamöl), Homos (Kichererbsenpüree mit Sesamöl), libanesisches Fladenweissbrot und Fatosh (Grüner Salat Libanesische Art, mit Croutons aus dem gerade erwähnten Brot). Es war die wahre Pracht.


Im Libanon ist es gaengig, anstatt "Nein" zu sagen, einfach mit der Zunge zu schnalzen, was mit einem Aufwaertsnicken des Kopfes noch unterstrichen werden kann. Anders als in Deutschland hat es dort aber nicht den abwertenden Beigeschmack und es hat eine Weile gedauert, bis ich es Ali nicht übel nahm, wenn er mich anschnalzte. Nach dem Essen haben sich ein paar der Kleinen in die Haare bekommen und eine kleine Nichte sass dann weinerlich und bockig auf Alis Schoss. Zur Ablenkung und Aufmunterung hat man der Vierjährigen einen Schokokuss angeboten (der im Libanon uebrigens den gleichen Sprachwandel mitgemacht hat wie in Deutschland: Bis vor ein paar Jahren wurde er dort "Sklavenkopf" genannt, wurde jetzt aber aus offensichtlichen Gruenden in "Tarboush" (=Fes, traditioneller Hut) umbenannt), die hier in bunter Alufolie eingewickelt sind. Als sie, waehrend alle anderen schon mit schokoladebeschmiertem Gesicht durch die Gegend liefen, dieses Angebot trotzig mit einem Zungeschnalzen und einem gekonnten Kopfaufwaertsnicken ausschlug, konnte ich mir kaum das Lachen verkneifen.

Da ich aber noch ein wenig mehr von der Stadt sehen wollte, habe ich mich schweren Herzens von Alis Verwandschaft getrennt. Und ich kann nur immer wieder betonen, wie praktisch es ist, einen Einheimischen bei sich zu haben. Nicht nur, dass diese Familientreffen meine Beirut-Highlights waren, aber ansonsten haette ich auch niemals die Gedenkstaette des ermordeten Ministerpraesidenten gesehen (eigentlich war das nur ein Versehen, da ich mir bei einem zweiten Besuch in der Downtown die grosse Moschee von Nahem ansehen wollte, aber bei den Verhandlungsgespraechen mit den Soldaten fielen diesmal keine Kosenamen und sie guckten ziemlich skeptisch, weswegen Toni dann den Trumpf aus dem Aermel zog, dass wir doch noch wohl das Recht haetten, die Grabstaette ihres verstorbenen Politikers zu besuchen, die direkt vor der Moschee in einem grossen Zelt war und in einem Meer von Rosen schwamm), ich haette nie erfahren, dass die bunten Wimpelgirlanden, die von manchen Daechern zu gegenueberliegenden Strassenlaternen gespannt waren, fuer die Heimkehr von Mekkareisenden (eine Reise, die jeder Moslem einmal in seinem Leben machen sollte) aufgehangen wurden und ich haette wohl nie dicke Bohnen mit Zitronen am Strand probiert.

Die Grabstätte des Ministerpräsidenten (aus dem Netz geladen, deswegen nicht mit den erwähnten Rosen) - anklicken
The memorial shrine for the prime minister (downloaded it from the net, so no roses as mentioned before) - click it for details

The next day Ali's wonderful Mum invited us to come over to have lunch with them. This time there were even more sisters, children and grandchildren around. His mother must have got up at 4am in order to prepare all this food (or it's just me being really slow when it comes to cooking). This time she prepared Sheshbarak (meat balls stuffed with meet (what a great concept!) in warm yoghurt) with rice, an omelette of eggs and parsley, marinated wine-leaves stuffed with rice and meet, motabal batenjan (mashed eggplants with sesame oil), homos (mashed chick peas with sesame oil), the flat Lebanese bread and fatosh (lettuce with croutons made of this bread). Once again it was amazing.

In Lebanon it's common to click your tongue rather than to say 'no' and you can even emphasize this by moving your head up at the same time. Unlike to German habits it doesn't indicate that you did something wrong and it took me a while to get used to it whenever Ali did it to me. After lunch some of the kids started quarreling and one of his nices (four years old) ended up sitting on Ali's lap, grumbling and whining. In order to distract her and to cheer her up, they offered her a krembo (which by the way has gone through the same linguistic changes than it has in Germany- before we changed its name to 'chocolate kiss' we called it 'negro's kiss'- in Lebanon it changed from 'slave's head' to 'tarboush' (=fez, traditional hat)- both changes for obvious reasons), which are here wrapped in aluminum foil. While the other children were already running through the flat with faces completely covered in chocolate, she refused having one of the krembos just by clicking with her tongue at everyone who offered it to her- and even the moving up of her head was that well practiced that it was hard for me not to start laughing.

As I still wanted to see some more sights of Lebanon I had to say good-bye to Ali's family. It is so much better to have some locals around when travelling. Not just would I have missed out on the most exciting parts of my Beirut trip (i.e. breakfast with his family), but otherwise I would never have seen the memorial place for the assassinated prime minister (which by the way happened accidently- actually I only wanted to see the big mosque in downtown, but this time the soldiers didn't call me 'habibi' and didn't look very friendly, so Toni decided it might be better to tell them that we wanted to go to the memorial place which is located in a tent right in front of this mosque and in which you can see his burial-place which was covered with thousands of roses), I would never have learnt that the colourful lines of pennants that cross some streets mark the homes of people that recently returned from their Mekka trip (a trip that each Muslim should do once in his life) and I would never have had beans and lemons at the beach.

20.01.07

Habibi

Nach dem Bürgerkrieg wurde der Libanon 1991 von Syrien... manche sagen besetzt, andere beschuetzt, andere ausgebeutet, offiziell ging es glaub ich darum, dem Libanon beim politischen Wiederaufbau behilflich zu sein und um eine "Militärpräsenz" zur Unterstützung gegen Israel. Einige waren froh damit und andere nicht. Der damalige Präsident war zum Beispiel sehr froh damit, der Ministerpräsident allerdings überhaupt nicht. Nachdem der Erstere solange an der Verfassung rumgewerkelt hatte, bis er trotz Ablauf seiner Amtszeit weiter im Amt bleiben konnte und der Letztere (al-Hariri) zudem seine Forderung nicht durchsetzen konnte, dass die Syrer ihre Truppen abziehen sollten, hat der aus Protest sein Amt niedergelegt. Kurz darauf wurde er mitten auf der Strasse ermordet. Als bekannt wurde, dass anscheinend sowohl der Präsident als auch die syrische Regierunge da ihre Finger mit im Spiel hatten, kam es in Beirut zu tagelangen Massenprotesten, der Präsident trat zurück und die Syrer haben zu guter letzt ihre Truppen abgezogen. Das war vor zwei Jahren und seit dem gibt es immer wieder Demonstrationen fuer oder gegen Syrien. Sorry, aber dieser kleine Ausflug in die Geschichte war notwendig, um den weiteren Verlauf meines Beirutaufenthalts verständlicher zu machen.

Schon seit einigen Wochen zelteten nämlich im Zentrum Beiruts oppositionelle Parteien und forderten den Rücktritt der Regierung. Sie hielten Reden und verhielten sich friedlich. Der ganze Bereich war dennoch mit mobilen Metallabsperrungen abgesperrt und die wenigen Zugänge wurden von Soldaten bewacht, die dich streng anguckten und dir Fragen auf Arabisch stellten, wenn du durch wolltest- was ich natuerlich wollte, da die gesamte Downtown samt etlicher Sehenswuerdigkeiten hinter diesen Absperrungen lag. Zum Glück hatte ich Arabisch sprechende Reisebegleitung, die mit den Soldaten verhandeln konnten, um uns Einlass zu gewähren. Ali erklärte wohl, dass ich ein deutscher Tourist sei, der kein Wort Arabisch spreche, sich aber die Downtown ansehen wolle. Der Soldat sah mich prüfend an, durchsuchte meine Handtasche, guckte wieder streng, fing dann aber an zu laecheln und sagte nur ein Wort zu mir: 'Habibi'- was so viel heisst wie 'Schätzchen', 'Herzchen' oder auch einfach nur 'Mein Lieber'. Ich habe beschlossen, dass er 'Schätzchen' meinte.

Es war wenig los und die wenigen Cafes und Restaurants, die nicht geschlossen hatten, waren fast leer. Es war eine wunderbare Mischung von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Je nachdem wo man stand, konnte man von einer Stelle aus Römische Bäder neben einem Virgin Megastore, Kirchen neben Moscheen, Zeitungsverleger neben dem Parlament und archäologische Ausgrabungsstätten neben Starbucks Cafes sehen wenn man sich einmal um 360 Grad drehte- und mittendrin die Zelte der Demonstranten und riesige Panzer. Dennoch kam ich mir zu keinem Zeitpunkt unsicher vor, nicht mal als wir später in unserem Wagen spät nachts mirnichtsdirnichts von Soldaten angehalten wurden und unsere Pässe kontrolliert wurden.

Obwohl es einige ziemlich moderne Gebaeude gibt und einige Ecken wieder auf Vordermann gebracht wurden, kann man Beirut fast ueberall sonst noch ansehen, dass die Stadt viel mitgemacht und viel gelitten hat- ueberall sieht man in Gebaeudefassaden Einschussloecher aus dem Buergerkrieg (nicht nur hier und da mal ein oder zwei, sondern WIRKLICH ueberall, von oben bis unten durchlöchert), viele Haeuser stehen halbzerstoert in der Gegend rum oder man sieht Luecken zwischen Gebaeuden, in denen noch die Truemmer liegen und zu alle dem hat Israel im Krieg vom letzten Sommer auch noch alle Hauptverkehrswege weggebombt- den Flughafen haben sie relativ schnell wieder hingekriegt, aber die ganzen Bruecken liegen bis auf wenige Aussnahmen immer noch in Schutt und Asche. Dennoch herrscht in der Stadt (abgesehen von Downtown) eine wunderbar lebendige und quirlige Atmosphaere. Der Verkehr ist schlimm- man faehrt behende bei Rot auf bereits verstopfte Kreuzungen, hupt dann ein wenig und schiebt den Vordermann schon mal ein wenig mit dem Auto an. Einmal fuhr Ali 'aus Versehen' gegen einen vor uns parkenden Rollerfahrer, der sich langsam umdrehte und ich sah uns schon mit gebrochenen Nasenbein im Rinnstein liegen. Er aber verdrehte nur genervt die Augen und machte lediglich die italienische Mamma-Mia-Handgeste, bevor er zwischen dem dreispurigen Verkehr (selbstredend auf einer zweispurigen Strasse) verschwand.

Abends sind wir mit ein paar Freunden von Ali in ein Restaurant, das (neben seinen reizenden Freunden natürlich) insofern erwähnenswert ist, da im Hintergrund deutsche Musik lief- ein Lied von einer meiner Lieblingsbands "2Raumwohnung". Und da Beirut ja fuer das Nachtleben bekannt ist, mussten wir auch noch in eine Bar gehen: '717'- eine sehr nette, kleine, laute, rappelvolle und plüschige Bar, die es locker mit dem 'Roses' in Berlin aufnehmen kann. Da schwule Bars nicht so wirklich gern gesehen sind, kann man die Bar schlecht wie in London 'G-A-Y' nennen. Was man aber sehr wohl machen kann, ist, die einzelnen Quersummen der Position dieser Buchstaben im Alphabet zu nehmen: '717' (und bevor du jetzt zu zählen anfängst: Ypsilon ist der 25. Buchstabe im Alphabet).

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After the Lebanese Civil War ended, the Syrians established a 'military presence' in Lebanon in 1991- some say they were protecting the country, others say they were occupying it, and others say they were exploiting it. I think officially Syria was supporting the political reconstruction. Some people were happy about it and some others weren't. The prime minister Al-Hariri for example wanted the Syrians to leave, but the president wanted them to stay. After the president has been fiddling around with the constitution for a while, he could even stay president although his time actually would have been over. That was the time when al-Hariri resigned in protest against the president and his politics. Shortly after, he got murdered in a car in Beirut. There were lots of rumours that the president and the Syrian government were involved in his asassination, there were big protest marchs in Beirut, finally the president resigned as well, and the Syrian military left Lebanon. This was two years ago and there are demonstrations pro or against Syria ever since. Sorry- but I had to give this little history lesson as it makes the following easier to understand.

The oposition started camping in the city centre a couple of weeks ago and are still living in their tents, calling for the resignation of the government. Although it's a peaceful demonstration, the entire area is blocked off with mobile metal barriers by the military. If you want to enter this area, some soldiers will stop you, look at you harshly and ask you some questions in Arabic. As the entitre downtown with a lot of sights is in this area, of course I wanted to go there. Lucky me, I had Arabic speaking friends with me who could negotiate with the soldiers. After Ali explained that I'm a German tourist who just wanted to have a look at downtown, the soldier searched my hand bag, gave me another harsh look, but then started smiling and he said just one word to me: 'Habibi', which means 'my darling', 'my sweetheart' or just 'my friend'. I decided that he meant 'my darling'.

It was rather empty in downtown and there were almost no guests in the few cafes and restaurants that haven't been shut. It was a great mix of buildings and sights. If you are standing in the right spot, you can see Roman baths close to a Virgin Megastore, churches close to mosques, newspaper publisher close to the parlament, and archaeological sites close to Starbucks cafes just by turning around by 360 degrees- and in between the tents of the demonstrators and big tanks. However, I never felt unsafe- not even when some soldiers stopped our car at some random location in the city later on in the middle of the night just in oder to check our passpports.

There are some rather modern buildings around and some areas have been nicely renovated, but in most areas you can see that Beirut suffred a lot during the wars. You can see bullet points from the Civil War all over the city (not just one or two every now and then, REALLY everywhere), there are some half destroyed buildings around and you can still see the rubble in the gaps between buildings. In addition to that, Israel destroyed all the main infrastructure during last year's war- they managed to reconstruct the airport pretty quickly, but most of the bridges are still nothing more than ruins. Nevertheless the city is very lively and busy (apart from downtown that is). Traffic is terrible though- you cross red traffic lights although the junction is already jammed anyway, you honk your horn a bit and you might even push the car in front of you to speed things up. Once Ali 'accidently' drove against a motorbike that was stuck in traffic in front of us. When the guy started turning around very slowly, I thought we would end up lying in the gutter with broken noses. But all he did was rolling his eyes and doing the Mamma-Mia-gesture before he dissapeared in between the three lanes of traffic (on a two lane road of course).

In the evening we went to a restaurant with some of Ali's friends- the most remarkable fact (besides his lovely friends that is) is that they were playing some German music- a song from one of my favourite bands '2Raumwohnung'. And as Beirut is famous for its nightlife, we wanted to check out at least one bar. We went to the '717'- a bar as nice, small, noisy, packed and tacky as the 'Roses' in Berlin. You couldn't name your bar 'G-A-Y' as they do in London, but what you can do is to take the digit sum of the location of these letters in the alphabet: '717' (and before you start counting: 'y' is the 25th letter of the alphabet).

Kichermädchen und Kichernde Erbsen

Der Reiseführer

Es macht schon einen grossen Unterschied, wenn man zum ersten Mal in einem neuen Land ist und jemandem dabei hat, der aus der Stadt kommt, in die man reist. Man verschwendet z.B. keine Zeit damit, stundenlang im Internet nach einem guenstigen Hotel zu suchen, nur um dann in der schmierigsten Spelunke in der uebelsten Gegend voellig abseits vom Schuss zu landen. Man trifft nicht andauernd die gleichen Leute wieder, die den gleichen Reisefuehrer in der Hand haben. Man isst kein mittelmaessiges Essen in ueberteuerten Restaurants und man verbringt auch nicht den halben Tag damit, Landkarten zu studieren, nur um sich am Ende doch zu verfahren.


Der Bruder

Als wir frueh morgens in Beirut landeten, wartete am Flughafen schon Alis Bruder mit unserem Mietwagen auf uns. Ohne dass Ali wahrscheinlich auch nur die leiseste Ahnung davon gehabt hat, ging es direkt zu einem meiner Beirut-Highlights- zu seiner Familie.


Eigentlich wollte er nur kurz bei seiner Mutter vorbeischauen und Guten Morgen sagen. Sie weiss zwar, dass Ali schwul ist, aber die Lage ist trotzdem alles andere als entspannt. Muslimische Wertvorstellungen sind in der Hinsicht anscheinend nicht wirklich foerderlich. Ich sollte also derweil draussen auf ihn warten.

Die Einladung

Ungeplanterweise hat ihn dann seine Mutter aber zum Fruehstueck eingeladen und nett wie sie ist, mich gleich mit. Was fuer uns beide ein wenig unerwartet kam. Als wir die ausgelatschten Steintreppen des ueberholungsbeduerftigten Treppenhauses des Altbaugebaeudes hochstiegen, wurden mir noch hastig ein paar Instruktionen zugezischt: Ich sei ein heterosexueller Arbeitskollege von seiner Universitaet, Deutschlehrer. Und nicht vergessen: Auf keinen Fall zur Begruessung von Frauen die Hand ausstrecken.

Die Couch

Als wir oben ankamen, wurde ich erstmal von Ali ins Wohnzimmer gewuchtet, woraufhin er wortlos verschwand und ich mich alleine auf einer altmodischen Couch wiederfand. Da seine Familie zwar wusste, dass er uebers Wochenende zu Besuch war, nicht aber, dass er noch jemanden mitbringen wuerde, mussten anscheinend erstmal alle weiblichen Familienmitglieder entsprechende Massnahmen ergreifen und sich angemessen kleiden, sprich die Haare mit einem Kopftuch bedecken. Da sass ich nun- allein, ungeduscht, hundemuede, ohne zu wissen, was los ist und ob des ganzen Wirrwarrs mit einem mulmigen Gefuehl im Magen und harrte, waehrend mir aus dem laufenden Fernsehapparat arabischsprachiges Freitag-Morgen-Fernseh-Programm entgegenplaerrte, der Dinge, die da kommen mochten.

Arabischkurs

Nach ca. fuenf Minuten, die mir wie eine kleinen Ewigkeit vorkamen, oeffnete sich die Wohnzimmertuer und der Kopf eines kleinen Maedchens schob sich durch den Tuerspalt. Sie laechelte mich verlegen an und verschwand daraufhin kichernd, nur um einen Augenblick spaeter mit einem noch kleineren Jungen wieder aufzutauchen.

Mit dem Kleinen, bei dem es sich allen Anscheins nach um ein hyperaktives, pfiffiges Kerlchen handelte, konnte ich mich leider nur mit Haenden und Fuessen verstaendigen, aber das Maedchen sprach ueberraschend gut Englisch. Ihr Name sei Sara und ihr Cousin heisse Khalil. Bei beiden handelte es sich um Neffen/Nichten von Ali. Sie konnte es kaum begreifen, dass ich kein Arabisch sprach und hat deswegen spontan beschlossen, mir die Sprache beizubringen. Sie lief von einer Ecke des Raumes zur anderen, deutete auf diverse Gegenstaende und nannte ihren arabischen Namen. Zwischendurch tauchte ein weiterer Neffe auf- Hani, der etwas schuechterner als die beiden anderen war, dafuer aber anscheinend besser Englisch konnte, weswegen Sara ihm, wann immer sie nicht weiter wusste, ins Ohr fluesterte und er offensichtlich die Uebersetzung zurueckfluesterte.

Zu dumm

Sie hat aber schnell begriffen, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin, dem man angesichts mangelnder Auffassungsgabe nicht in einer Viertelstunde eine neue Sprache beibringen kann. Deswegen ging der Arabisch-Kurs fliessend in ein Flummispiel ueber, welches ich aber abrupt abbrach, als Alis Schwester und Bruder den Raum betraten.


Der Libanon war Jahrhunderte lang von immer wieder anderen Maechten besetzt, nach dem Ersten Weltkrieg jedoch ging es an Frankreich. Erst in den 40ern wurde es unabhaengig. Da Franzoesisch aber in der Zeit des fransoesischen Regimes eine der offiziellen Landessprachen war, ist die Sprache weiter verbreitet als Englisch, z.B. sind die meisten Schilder in der Stadt in Arabisch und Fransoesisch. Ali ist der Einzige von seinen Geschwistern, der English educated (Englischsprachige Schullaufbahn) ist, weswegen ich mich dann leider kaum mit Alis Geschwistern unterhalten konnte.

Bei Alis Familie handelt es sich offensichtlich um eine moderate muslimische Familie. Der Vater hat z.B. keiner seiner Toechter vorgeschrieben, ein Kopftuch tragen zu muessen- es sei ihre eigene Entscheidung. Vor ein paar Jahren hat sich auch die letzte zum Kopftuch entschieden.

Die Mutter

Zu guter letzt kamen auch Ali und seine Mutter ins Wohnzimmer, in dem es mittlerweile recht gemuetlich wurde. Ich hatte ja schon viel davon gehoert und gelesen, dass man in der arabischen Welt Frauen zur Begruessung nicht die Haende schuettelt, aber als es dann wirklich mal soweit war und ich seiner Mutter vorgestellt wurde, kam ich mir unhoeflich vor- einfach nur aufstehen, hoeflich zunicken, anlaecheln und Hi sagen fuehlt sich so unvollstaendig an. Irgendwas fehlt. Irgendwie.


Wie auch immer- seine Mutter ist eine beeindruckende Person. Ich war hin und weg. Spaeter sassen wir alle (Ali, sein Bruder, einige Schwestern, zig Kinder und ich) beim Fruehstueck zusammen und auf der einen Ecke sass seine Mutter, in sich ruhend, laechelnd, bescheiden und stolz auf einmal. Ihr Mann arbeitete schon seit etlichen Jahren in Saudi-Arabien und das Leben mit so vielen Kindern vor allem waehrend dem Krieg war nicht immer einfach.

Man konnte ihr deutlich ansehen, dass sie sehr stolz auf ihre Familie ist, wie sie allesamt freitags morgens zum Fruehstueck auflaufen. Was aber fast schon etwas beunruhigend wirkte, war ihr messerscharfer Blick- zwar freundlich, aber durchdringend und zusammen mit einem kaum wahrnehmbaren, fast schon verschmitzten Laecheln um ihre Mundwinkel schien sie mir, waehrend sie uns traditionelles libanesisches Frueshtueck auftischte, sagen zu wollen: "Heterosexueller Arbeitskollege- das glaubst du ja wohl selbst nicht..."

Das Frühstück

Das Fruehstueck war zudem auch noch sehr lecker: Libanesisches Brot (sehr flache Weissbrotfladen), Tee, Labneh (ein Zwischending zwischen Joghurt und Kaese), Jebneh (Kaese) und Foul (Kichererbsen-Bohnen-Salat mit Zitrone (fuer alle, die sich schon immer gewundert haben, weswegen die Kichererbse Kichererbse heisst: Ihr botanischer Name ist Cicer arietinum und Cicer ist Latein fuer Erbse, hat leider nichts mit kichern zu tun))- und das alles ohne Besteck. Es war fantastisch!


Du magst dich jetzt wundern, weswegen ich einen so langen Bericht ueber ein einziges Fruestueck verfasse, aber bevor ich in den Nahen Osten gezogen bin, hatte ich mir das Leben hier ja sehr viel exotischer vorgestellt- schlussletztendlich unterscheidet sich mein Leben in Dubai aber kein Stueck von dem in anderen Grossstaedten, in denen ich schon gelebt habe- vom mangelnden Freizeitangebot und der fehlenden Identitaet der Stadt mal abgesehen. Dieses Fruehstueck dagegen bot genau das, was ich mir von meinem Dubaiaufenthalt erhofft hatte- etwas Neues, neue Kultur, neue Gebraeuche, neue Erfahrungen- der Grund, der das Leben in einem anderen Land erst richtig interessant macht! Danke Ali!

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Straight German teachers

The travel guide

It makes a big difference if you travel to a new country and you have someone with you who comes from the city you are travelling to. You don't waste hours and hours searching the internet for a chaep accomodation just to find yourself in a smelly room in a dodgy area far away from the city center. You don't meet the same people over and over again carrying the same travel guide book. You don't eat medicore food in over-priced restaurants and you don't end up spending half the day looking at maps just in order to get lost anyway.

The brother

When we arrived in Beirut early in the morning, Ali's brother was already waiting for us at the airport with our rental car. Although Ali probably wasn't aware of it, we were heading towards my Beirut highlight straight away- his family.


Actually he just wanted to pop by his mother's place to say Good morning to her. Although she knows that he is gay, the situation is not really relaxed. Appaerently Muslim background doesn't make it any easier, so he asked me to wait outside.

The straight German teacher

She asked him to stay for breakfast though and invited me as well, which none of us has expected and we haven't been prepared at all. While we were stepping up the worn-out stone stairs of the old building up to the flat of his family, he quickly whispered some instructions to me: If someone asks- you are a straight colleague from my university, German teacher. And don't forget: Never offer to shake hands with women when you get introduced.

The couch

When we arrived in the flat upstairs, Ali directed me to the living-room and disappeared without telling what's going to happen next. His family knew that he would be visiting Beirut this weekend, but as they didn't know that he will bring a friend along I assume he had to give the female members of his family the opportunity to dress appropriately, that is to cover their hair. So I found myself sitting on an old-fashioned couch, all by myself, without having had a shower, really tired and (because I didn't know what is going on) slightly nervous, and was waiting for whatever would happen next.

Arabic lesson

For a couple of minutes nothing happened and I was just sitting there listening to an Arabic Friday morning TV show. Eventually the door open slightly and a young girl peeped at me. She seemed to be a bit embarassed when I looked back and she disappeared. For a moment I could hear her giggeling outside and after a while she came back with an even younger boy.


Appearently the young boy is a hyper active, clever boy, but too young to be able to speak English. The girl's English was surprisingly good though. Her name is Sara and the boy is her cousin Khalil. They are both nephews/nices of Ali. She could hardly believe that I wasn't able to speak Arabic, so she decided to teach me the language. She ran from one corner of the room to another, pointing at things and telling me the Arabic word for them. In the meantime another boy appeared- Hani, a bit shyer than the others, but his English was even better than Sara's, so whenever she didn't know a word, both of them were whispering for a while negotiating over the English translation.

Too stupid

But she realised pretty quickly that I was useless in languages and that I wasn't clever enough to learn a new language in 15 min, so we stopped the Arabic lessons and started playing with a rubber ball which I stopped abruptly when Ali's brother and one of his sisters entered the room.


Over the centuries, Lebanon was occupied by a lot of different countries, but after World War I, Lebanon was ruled by France until it finally became independant in the 40s. But as French has been one of the official languages for that period, French is more common than English- for example most of the signs in Beirut are in Arabic and in French. Ali is the only one of his sisters and brothers who has been English educated (went to English speaking schools and colleges), which made it quite hard to communicate with anyone else than Ali.

Obviously Ali's family is a moderate Muslim family and his sisters could decide for themselves whether to cover their hair or not. A couple of years ago, the last of hs sisters decided to wear the headscarf.

The mother

Finally Ali and his mother came to the living room which was nicely crowded by then. I already heard and read a lot about that in the Arabic world you are not supposed to shake hands with women. But when it finally happened to me for the first time when I got introduced to Ali's sisters or his mother, it still felt kind of strange. I felt rather impolite just to get up, smile and say Hi. Something was missing and it just didn't feel complete.


At any rate- his mother is an amazing person. Later on we all gathered around the table to have breakfast together- Ali, his brother, some of his sisters, a bunch of children and me and his mother was sitting at the corner of the table, calm, smiling, looking humble and proud at the same time. Her husband started to work in Saudi-Arabia a couple of years ago and life with so many children certainly wasn't easy all the time- especially during the war. You could see how proud she was of her children who come along to have breakfast together. But there was something about her face- when she looked at me with her sharp eyes, in a friendly but piercing way and her sly smile while she was preparing the traditional Lebanese breakfast, I could almost hear her thoughts "Straight colleague- who are they kidding..."

The breakfast

The breakfast was very good: Lebanese bread, tea, labneh (similar to yoghurt or cheese), jebneh (cheese) and foul (a salad made from chickpeas, beans and lemon) to be eaten just using your hands rather than a knife or a fork. It was great!


You might be surprised that I write such a long post about a single breakfast, but before I moved to the Middle East, I thought my life would be much more exotic. But Dubai turned out to be no different to any other big city I have lived in before- apart from being more boring and apart from not having an identity on its own, whereas this breakfast offered all I was hoping for when I moved to Dubai: something different, new culture, new habits, new experiences- the reason why living abroad is that exciting! Thank you so much, Ali!

19.01.07

Dicke Bohnen in Beirut / Big Beans in Beirut

Ich waere ja nie im Leben auf die Idee gekommen, in den Libanon zu reisen. Im Gegensatz zu Oman hatte ich von diesem Land aber schon mal gehoert. Allerdings beschraenkte sich mein Wissen auf die Libanonzeder (Cedrus libani) und den Krieg im letzten Sommer- was fuer einen Gemeinschaftskunde-Grundkursler aber schon eine reife Leistung war, wie ich fand. Fand Ali aber nicht. Weswegen er mir in den letzten Wochen einen Crashkurs in Sachen libanesischer Geschichte verpasst hatte und mich zudem auch noch auf einen Wochenendtrip nach Beirut eingeladen hatte.

Einige mir bis dahin unbekannte, aber dadurch keinesfalls weniger interessante Fakten:

  • Libanon hat eine sehr lange Geschichte, ist ein relativ liberales Land und hat sowohl antike Sehenswuerdigkeiten als auch die beste Kueche und das beste Nachtleben im Nahen Osten zu bieten
  • Von den 70ern bis in die 90er tobte in diesem Land ein Buergerkrieg, was fuer mich zum Glueck unvorstellbar ist, fuer Ali dagegen seit Geburt an Alltag war
  • In diesem Land leben fast ebenso viele Christen wie Muslime
  • Trotz der geringen Einwohnerzahl (im ganzen Libanon wohnen ca. 3,5 Mio Menschen- was der Einwohnerzahl Berlins entspricht) gibt es dort 42 Universitaeten
  • Waehrend man in Deutschland noch mit Keulen aufeinander einschlug, hat sich hier ein pfiffiges Kerlchen mal hingesetzt und sich gedacht, es muss doch einen besseren Weg geben, etwas schriftlich festzuhalten, als abertausende Hieroglyphen auswendig zu lernen und hat jedem Laut ein Zeichen zugewiesen- so entstand das phönizische Alphabet, welches die Mutter aller Alphabete ist
Beirut war eine hoechstinteressante Erfahrung fuer mich- in vielerlei Hinsicht. Wenn ich im Reisefuehrer laese, dass es sich um eine Stadt handele, die an der Mittelmeerkueste anfaengt und sich bis ins Libanongebirge erstreckt, wuerde ich denken, dass es eine Riesenstadt ist, die langsam und kaum wahrnehmbar von der Kueste an ansteigt und dann nach zig Kilometern irgendwann auf einem Huegel endet- zu oft schon habe ich mich von solchen Lagebeschreibungen irrefuehren lassen und dabei den Massstab voellig unterschaetzt. Hier dagegen ist es in der Tat so: Manchmal geht es schon nach nur einigen dutzend Metern hinter der Kueste steil bergauf, wodurch man sowohl von unten als auch von oben einen wunderbaren Blick ueber die Stadt erhaelt.

Ali hat sich um alles gekuemmert- vom Flug ueber Mietwagen und Hotel bis zum Unterhaltungsprogramm war alles bestens organisiert und ich hatte ein wunderbares Wochenende. Ausfuehrlicherer Reisebericht folgt.




Dicke Bohnen mit Zitronen an der Küste in Beirut
Big beans with lemons at the coast in Beirut














Libanonzeder
Lebanon cedar













weiter unten: 1000-Pfund-Schein mit Alphabet
below: 1000 pound note with alphabet













Big Beans in Beirut

I never would have thought about travelling to Lebanon. But unlike Oman, at least I heard about this country before. I didn't know too much about it though- I just knew that there is a tree called the Lebanon cedar (Cedrus libani) and I knew about the war last summer- which wasn't too bad regarding my poor political, geographic and historical knowledge- at least that's what I thought. But Ali didn't think so. For that reason he gave me a couple of Lebanon lessons and in addition to that he took me to Beirut for a weekend.

Some facts about Lebanon which I didn't know before but which are well worth to be mentioned:

  • Lebanon has a very long history and is a relatively liberal country with both ancient sight seeing opportunities and the best cuisine and the best night life in the Middle East
  • There was a civil war going on from the 70s to the 90s- fortunately I can't even imagine what it must have been like but Ali grew up in this period and still has a lot of memories about it in his mind
  • There are almost as many Christians in Lebanon as there are Muslims
  • Although there are just as many inhabitants in the whole country as there are in Berlin (around 3.5 million), it still has 43 universities
  • While people in Germany were still hitting each other with clubs, some clever guy in Lebanon thought that in order to write something down it must be much easier to assign a single sign to each sound rather than learning thousands of hieroglyphs by heart- the origin of the Phoenician alphabet and of our alphabet as well
Beirut was a very interesting experience for me. If I would read in a travel guide, that the city is located at the coast of the Mediterraenen Sea and going up into the Lebanon mountains, I would think that it is a huge city which slightly slopes up and after a couple of kilometres ends on a hill top- I already fell too often for location descriptions like that under-estimating the scale. But Beirut actually is like that: in some places the mountains start just a couple of metres behind the coast line which gives you a great view to the city from both the coast and from the mountains.

Ali took care of everything- flight, car, hotel, sight seeing and entertainment. Everything was perfectly organised and I had a great time there. More detailed travel report to follow soon.

To all those Lebanese amongst you: Please feel free to add any comments or corrections!

17.01.07

Weichgespülte Frühstückseier oder Der 30. Geburtstag

Wieder ein Jahr aelter. Und endlich 30! Der erste Blick in den Spiegel am Morgen hatte meine Befuerchtungen, wie eine verschrumpelte Kartoffel auszusehen, nicht bestaetigt. Mein Bauchumfang hatte sich trotz guter Vorarbeit ueber Nacht auch nicht verdoppelt und ich hatte schon ein paar Jahre Zeit, mich an meine grauen Haare zu gewoehnen. Alles schien noch wie am Tag zuvor, nur dass ich jetzt endlich zu der begehrten Maenner-in-den-30ern-Kategorie gehoerte. Oder zumindest, was ich mir darunter immer vorgestellt hatte- so ganz wollte ich selbst allerdings nicht in mein eigenes Bild passen.

Mit 20 wusste ich natuerlich nicht, wie es sein wuerde, 30 zu sein- in ferner Zukunft, in zehn Jahren, wenn ich mal alt bin. Aber ein unklares Bild irrte damals trotzdem in meinem Kopf umher. Ein Bild von einer schicken Dreizimmerwohnung in einer deutschen Grossstadt, einem anstaendigem Wagen in der Garage und von ruhigen Dinnerpartys. Ein Bild von mir als Umweltplaner, der durch seine Arbeit den letzten Sumpfwiesenflieder und die letzte Langzahnfledermaus vor dem sicheren Aussterben bewahrt, der morgens mit einem Pappbecher mit Kaffee ins Buero eilt und der im Anzug auf wichtigen Meetings erscheint. Ein Bild von mir und meinem Banker-Freund in unserer lichtdurchfluteten Wohnung, wie wir zusammen margarinenwerbungsgleich fruehstuecken, lachend ein weichgekochtes Fruehstuecksei aufschlagen und wie wir gemeinsam Hand in Hand in den Sonnenuntergang schlendern waehrend Schmetterlinge und zwitschernde Disneyvoegel um uns herumtaenzeln und es rote Rosen regnet.

Ganz so sah mein Leben an diesem Morgen nicht aus. Um genau zu sein, stimmte nichts mit diesem Bild ueberein. Und ueberhaupt: Kaffee mochte ich noch nie. Aber dennoch- nachdem ich mir den ganzen Weichspuelerwerbungsmuell aus diesem Bild weggedacht und es mit meiner aktuellen Lebenslage verglichen hatte, war ich mit meinem Leben zufrieden so wie es war.

Fuer meinen Geburtstag hatte ich nichts geplant. Bis auf meine grosszuegige Geste, dem ganzen Buero zu zeigen, wie ordentliche (=deutsche) Schokolade zu schmecken hat und alle mit Kinderschokolade und Toffifee versorgt habe, ein ganz normaler Arbeitsalltag. Am Abend wollte ich mit ein paar meiner Kollegen in eine Kneipe gehen, um zur Abwechslung mal wieder ein alkoholhaltiges Kaltgetraenk zu konsumieren.

Am Vortag hatte ich Ali von meinem Vorhaben, einen unspektakulaeren Geburtstag zu verbringen, erzaehlt. Ohne meine Kollegen zu kennen, lud er mich und einige Kollegen ein. Zu was, wann und wo wusste ich selbst nicht- was meine Kollegen etwas stutzig werden liess. Dass ich Ali erst vor vier Wochen uebers Internet kennengelernt hatte, von denen er zwei Wochen nicht in Dubai war UND dazu noch ein sleazy Libanese war, machte die Angelegenheit nicht weniger fragwuerdig. Ich sah mich schon mitten im Nichts in einem schummerigen Hinterhof vor verschlossenen Tueren stehen, die libanesische Mafia im Ruecken und ueber den Preis meiner linken Niere verhandelnd.

Weit gefehlt. Als wir in seiner Wohnung ankamen, wartete ein herrliches libanesisches Buffet mit allem, was dazu gehoert, auf uns. Sehr lecker. Zwei seiner libanesischen Freunde (ebenfalls un-sleazy und sehr nett) waren ihm beim Herrichten der Wohnung (und da sie christlich sind, wohl auch bei der Beratung und Beschaffung von Wein und Bier) behilflich gewesen. Nachdem wir schon fast satt waren, teilte er uns mit, dass in Kuerze der Hauptgang, naemlich diverses Grillgut, fertig sein wuerde. Da war dann nicht mehr allzu viel, aber natuerlich noch genuegend Platz fuer die leckere Geburtstagstorte- Schokolade passt immer. Ein wunderbarer Geburtstag! Und zudem hatte mir Ali angeboten, am folgenden Wochenende einen gemeinsamen Kurztrip zu unternehmen. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzaehlt werden.

Haette mir vor zehn Jahren jemand gesagt, ich wuerde meinen 30. Geburtstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Leuten aus aller Welt und einem libanesischem Buffet verbringen, meine Geburtstagstorte nach libanesicher Tradition mit der Messerklinge nach oben gerichtet anschneiden, im 16. Stock mit Golfblick wohnen und Luxusparks entwerfen, haette ich erst mal "Vereinigte was?" gefragt und dann herzhaft gelacht.

Leben ist das, was passiert, waehrend du andere Plaene machst. Wer braucht da noch weichgekochte Fruehstueckseier...

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My Left Kidney or The 30th Birthday


Yet another birthday. And finally 30! I was afraid to wake up and look like a shrivelled up potatoe, but the first look into the mirror proved me wrong. Although I tried really hard since I arrived in Dubai, my waist hasn't doubled neither and I already had a couple of years time to get used to my grey hairs. I looked exactly the same than the day before. The only difference was that I finally was part of the desirable men-in-their-30ies category. Or at least what I always have thought what they are like- but somehow I did not really fit into the image I had in my mind.

When I was 20, of course I wouldn't exactly know what it would be like to be 30- far away, in 10 years time, when I'm old. But still, I had a blurry picture in mind. A picture of a nice three bedroom flat in a German city, of a decent car in front of it, and of quiet dinner parties. A picture of myself as a environmental planner whose work is saving the last swamp lilacs and the last long-toothed bats from their extinction, who is having a coffee to go on the way to work, and who is attending important meetings wearing a suit. A picture of myself and my banker boy-friend in our bright light flat, having breakfast together like in a cereal advert, smiling at each other while having a soft-boiled egg, and walking hand in hand into the sunset while there are butterflies and twittering Disney birds dancing around us while it is raining red roses.

My life wasn't exactly like that this very morning. In fact, this picture didn't match my current life at all. And at any rate: I never liked coffee in the first place. But still- after I took all this advert rubbsih out of this picture and compared this new picture to my life, I was content with my life as it was.

I didn't plan anything special for my birthday. Apart from my generous gesture to show my colleagues what proper (=German) chocolate has to taste like, it has been a working day as usual. After work I just intended to go to a pub with some of my colleagues in order to have a drink.

The day before my birthday I told Ali about my unspectacular birthday plan. Without even knowing my colleagues, he invited them and me- not telling us to what and to where though. I just met him four weeks ago (two of which he didn't spend in Dubai) AND he was a sleazy Lebanese- so of course I was a bit nervous. I already saw myself in the middle of nowhere in a dark back yard in front of locked doors, having the Lebanese mafia in my back haggling over the price of my left kidney.

But it turned out to be a very pleasant evening. He prepared a wonderful Lebanese buffet at his place for all of us. Very yummy. Two of his Lebanese friends (both of them unsleazy and very nice as well) have been giving him a hand preparing the flat and the buffet (and as both of them are Christians probably gave him a hand chosing and organising the wine and the beer). We have almost been full just by this buffet when he announced that the main course will be ready to be served very soon- lots of barbeque and grilled meat. This didn't leave us with a lot of (but of course still enough) space for the lovely birthday cake that followed afterwards- there's always some space for chocolate. And in addition to that, Ali offered to take me to a short trip the following weekend- more about that in my next post though. A really lovely birthday!

If someone would have told me ten years ago, that I would spend my 30th birthday in the United Arabic Emirates with people from all over the world and a Lebanese buffet, that I would cut my birthday cake in the traditional Lebanese way with the knife up side down, that I would live on the 16th floor with a view to the Gulf and that I would be designing luxury parks... at first I would have asked "United... what?" and then I would have laughed a lot.

Life is what happens while you are busy doing other plans. No need for soft-boiled eggs...

15.01.07

Alte und neue Freunde / Old and new friends

Timo und Julian

Auf dem Rückweg aus ihrem Thailandurlaub haben Timo und Julian für ein paar Tage einen Zwischenstopp in Dubai eingelegt. Zwar musste ich tagsüber meistens arbeiten, während die beiden Herzchen sich ihre Nasen am Strand verbrannt haben, aber wir haben es dennoch geschafft, einige Zeit miteinander zu verbringen und haben sogar einen Tagesausflug nach Al Ain hinbekommen.

Al Ain ist ein Städtchen in der Nähe von Dubai mit einigen Oasen, einigen Forts, einem interessanten Museum über die Geschichte der Gegend und der im Baedecker mit zwei Sternchen gekennzeichneten Ausgrabungstätte Hili Archaeological Gardens. Bei letzterem handelt es sich um einen Park mit ca. 5000 Jahre alten, oberirdischen Rundgräbern. Als wir dort aufliefen, fing ich an, stark am Baedecker zu zweifeln. Ich bin kein Banause, wenn es um historische Ausgrabungen geht und ich kann z.B. Stunden damit verbringen, mich an Überresten römischer Bauten zu erfreuen auch wenn es nur ein paar mit Gras überwachsene Marmorkiesel sind- solange ich weiss, was es mal war und wann es mal war. Den Reiseführer, den wir dabei hatten, liess sich allerdings nicht allzu ausgiebig darüber aus und im Park selbst gab es nur spärliche Hinweise und keine Karten oder Broschüren, weswegen wir nur halbherzig an den Ausgrabungen vorbeigeschlendert sind und uns nicht mal haben dazu hinreissen lassen, Fotos zu machen. Erst als ich später im Museum mehr über die Gräber gesehen und gelesen habe, wurde mir bewusst, was ich soeben verpasst hatte.

Als ich im Reiseführer das Wort 'Oase' gelesen habe, habe ich sofort an an hohe, gelbe Sanddünen gedacht, in deren Mitte eine Wasserlache ist, die von vier oder fünf Palmen umringt ist und an der Beduinen ihre Kamele tränken. Was natürlich auch nicht im Entferntesten was mit der Realität zu tun hat: Mitten in der Stadt gibt es einige riesige Gebiete mit Dattelpalmenplantagen, die von einem ausgeklügelten Wasserkanalsystem durchzogen sind, das sicher stellt, dass auch mit dem wenigen Wasser, das vorhanden ist, alle Teile der Plantage genug Wasser abbekommen.

Allem in allem ein sehr netter Tagesausflug.

Ali Baba oder Der Letzte Gentleman

Über die 'Blauen Seiten' im Internet habe ich im Dezember Ali kennengelernt. Trotz aller Warnungen von Diego, dass alle Libanesen sleazy (verwegen, verrucht, schäbig- so ganz genau konnte er mir das auch nicht übersetzen) seien, habe ich mich also auf ein Internetdate mit eben Jenen eingelassen und was soll ich sagen- er ist der unsleazigste Mensch, den ich hier je kennengelernt habe- ein wahrer Gentleman, wahrscheinlich der einzige in Dubai. Bescheiden, charmant, höflich, hilfsbereit, grosszügig, gastfreundlich und intelligent.

Dadurch, dass er schon seit einigen Jahren hier wohnt, Arabisch spricht und Muslim ist, ist das für mich natürlich eine höchst interessante Erfahrung und seit dem ich ihn kenne, habe ich mehr über Land und Leute erfahren als in den ganzen Monaten zuvor. Ich verbringe sehr viel Zeit mit ihm und es tut gut, neue Freunde ausserhalb der Arbeit zu haben, die man auch mal anrufen kann, ohne einen bestimmten Grund zu haben.


Kamelbeobachtungszwischenstopp auf der Autobahn auf dem Weg nach Al Ain (Nein Linda, nicht die Kamele im Vordergrund)

Stop over on the way to Al Ain to watch some camels

Shisha rauchend in einem Restaurant in Al Ain

Having a shisha in a restaurant in Al Ain

Ali und ich beim Bootstrip mit libanesischem Essen auf dem Creek in Dubai

Ali and I having Lebanese dinner on a boat on the creek in Duabi


Sogar farblich perfekt aufeinander abgestimmt: Timo und Julian - ein Herz und eine Seele

Timo and Julian: The perfect couple- not just because of the matching colours


Timo and Julian


Timo and Julian had a stop over in Dubai for a couple of days on their way back to Germany. Although I had to work most of the time while these two sweethearts were sun burning their noses at the beach, we still managed to spend some time together and even did a day trip to Al Ain.

Al Ain is a city close to Dubai with some oases, some forts, a rather interesting museum of local history and the Hili Archaeological Gardens, an archaeological site with some 5000 year old round burial chambers. I'm always happy to see archaeological excavations and I can spend hours having a look at some ruins of old Roman buildings, even if it is just some overgrown marble pebbles- as long as I know what it has been and when it has been. Unfortunately our travel guide wasn't very helpful in explaining what it was about. We hardly could find any signs in the park and there wasn't any map or brochure available at all- so we just walked through the park without getting really excited and without taking any pictures. When I read more about these excavations in the museum later on, I realised what we actually missed out.

When I read the word 'oasis' in the travel guide, the image of yellow sand dunes with a water hole in its center surrounded by four or five palm trees and some camels drinking water came to my mind. Which of course is as far away from reality as it could be: Big plantations of date palm trees in the centre of the city with a sophistcated system of water channels.

All in all a very nice day trip.

Ali Baba or The Last Gentleman

I met Ali online through the 'Blue Pages' in December. Despite Diego's warnings ('All Lebanese guys are sleazy'), I met up with him and what can I say- he is the most un-sleazy person I ever met here so far- a real gentleman. Humble, charming, polite, willing to help whenever he can, generous, hospitable and intelligent.

As he is already living in Dubai for a couple of years, as he is speaking Arabic and as he is a Muslim, I learn a lot everytime I meet up with him. Since I first met him I learnt more about the culture and the religion than I did in the months before. We spend a lot of time together and it is great to have a new friend who you can call without having a reason to do so.

06.01.07

Spiegelkugelkamel / Disco ball camel


Die Emirates Towers sind nach wie vor meine Lieblingsgebaeude hier in Dubai. Markant aber nicht geschmacklos, hoch aber nicht übertrieben, schlicht aber nicht langweilig- ein seltener Mix in der Stadt der 1001 Architektursünden. Sie stehen nicht weit von meiner Wohnung weg, mit einer schlimmen Karaoke-Bar und einer Bar im obersten Stockwerk mit Blick über die Sheik Zayed Road.

The Emirates Towers are still my favourite buildings here in Dubai. Prominent but not tacky, tall but not exaggerated, plain but not boring- a mixture you wouldn't find too often in the city of the 1001 architectural sins. They are not far away from my place, they have a dodgy karaoke bar and a bar on the top floor with a view over the Sheik Zayed Road.


Um so schockierter war ich, als wir spät nachts aus der Bar getorkelt kamen (da ich nur selten Alkohol trinke, torkele ich schon nach zwei Bier) und uns auf dem Weg zum Taxistand ein Spiegelkugelkamel über den Weg lief.

I was rather shocked to find a mirror ball camel crossing our way when we staggered out of this elegant building after having been to the bar upstairs (as I rarely drink alcohol I start staggering after two beers).

04.01.07

Wüstensafari / Desert safari


Ein Tag in der Wueste - mit einem Tourveranstalter raus aus der Stadt und ab in die Sonne

A day in the desert - with a tour operator out of the city and into the sun


Mit Allrad kreuz und quer durch die Wueste

With a four-wheel-drive across the desert


Ein einsames Kamel in einem winzigen Kaefig -
Die Kamelfarm hat sich in der Broschuere etwas interessanter angehoert...

A single camel in a tiny cage-
The camel farm sounded a bit more interesting in the guide book than it actually was...


Das mit dem Duenen rauf und runter fahren haetten sie allerdings in der Broschuere etwas mehr hervorheben koennen. Mir wird ja schon im normalen Strassenverkehr regelmaessig etwas flau im Magen. Nach 5 min war mir speiuebel und ich sass fuer die naechsten anderthalb Stunden (ANDERTHALB STUNDEN NUR DUENEN RAUF UND RUNTER!) mit einer Tuete in der Hand im Auto und habe mir gewuenscht, an diesem Morgen nicht aufgestanden zu sein. Leider wurde nicht der gleiche Weg zurueck genommen, ansonsten haette ich mich in den Schatten eines blattlosen Dornbusches gelegt und auf das Ende oder deren Wiederkehr gewartet. Aber schoene Landschaft.

On the other hand, they should have made it more clear what they mean with 'sand dune bashing'. I become sick very easily in a car, even in normal city traffic. After 5 min I felt terrible and for the next one and a half hours (ONE AND A HALF HOURS JUST UP AND DOWN SAND DUNES!) I was sitting in the car wishing I wouldn't have got up in the morning at all. Unfortunately they didn't take the same route on the way back, otherwise I would have asked to be dropped in the shade of a leafless thorny shrub to wait for the end of my miserable life or for them to come back. Nice landscape though.


Waehrend selbst die 70-jaehrige Rentnerin aus dem Nachbarwagen waehrend Zwischenstopps bumsfidel aus dem Wagen sprang und durch den Sand huepfte, lag ich mit allen Vieren von mir gestreckt im Sand, mich selbst bemitleidend und auf das baldige Ende hoffend

Whenever we had a stop, even the 70 year old woman from the other car jumped out of her car and ran up and down the sand dunes whereas I was just lying on my back in the sand feeling sorry for myself and hoping to die soon...


Na bitte, geht doch auch ohne Kaefig. Auch wenn es keine wilden Kamele sind und den Jungen sogar die Vorderfuesse zusammengebunden werden, damit sie nur kleine Schrittchen machen koennen und sich nicht allzu weit von der Farm etfernen koennen- aber immerhin in der Freiheit und so schlecht kann's ihnen nicht gehen, da sie abends wieder von sich aus zurueck kommen.

Finally some camels without a cage. Even though they are not wild and they tie the front feet of the younger camels together to make sure they don't go too far away from the farm as they are not able to make big steps, at least they are free and obviously it can't be that bad as they return to the farms on their own every evening.


Im Anschluss an die Wueste ging's dann noch hoch ins Gebirge, wo wir am Rand eines Wadis (Flussbett, dass die meiste Zeit des Jahres aber kein Wasser fuehrt) ein Picknick hatten.

After the desert we went up into the mountains where we had a picnic at the edge of a wadi (a river bed that is dry most time of the year).

03.01.07

Burj Al Arab

Das Wahrzeichen Dubais- das Luxushotel Burj Al Arab, uebersetzt "Turm der Araber". Jeder kennt es, wenn man an Dubai denkt, denkt man automatisch an dieses Hotel und es ist auf jedem Reisefuehrer.

Vor weg sei das folgende, mir sehr gut gefallende Zitat in den Raum gestellt: "Both the hotel and the city, after all, are monuments to the triumph of money over practicality" - "Sowohl das Hotel als auch die Stadt sind nichts anderes als ein Denkmal fuer den Triumph von Geld ueber Praktikabilitaet". Ein wenig theatralisch, aber es ist schon was Wahres dran.

Die Baukosten werden teilweise auf eine Milliarde Euro geschaetzt und selbst bei Zimmerpreisen von 750 Euro (kleinstes Zimmer, 169qm, fast sechsmal so gross wie meine Wohnung in Berlin, geht ueber zwei Stockwerke) bis zu 20.000 Euro pro Nacht fuer die Royal Suite soll es angeblich 50 Jahre dauern, bis sie die Baukosten raushaben- aber auch nur, wenn immer alles ausgebucht waere. Aber wie gesagt, um Rentabilitaet geht es ja gar nicht, sondern um Prestige- der Bauherr ist kein geringerer als Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum hoechtspersoenlich, Herrscher ueber Dubai und gleichzeitig Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, der der Welt zeigen wollte, dass er sich um Geld keine Sorgen machen muss, da Dubai in Geld schwimmt und der gleichzeitig ein Wahrzeichen fuer Dubai schaffen wollte- beides erfolgreich. Aber braucht die Welt wirklich Hotelzimmer, deren Wochenpreis ausreichen wuerde, ein ganzes Haus zu bauen?

Von aussen ist es sehr beeindruckend und man hoert immer wieder darueber, wie luxurioes es von innen sei, aber allein schon die Tatsache, dass es als das erste Siebensternehotel bekannt ist (Wie schwer kann es sein, eine internationale Regelung des Hotelsternesystems einzufuehren?) zeigt schon, worum es beim Burj Al Arab eigentlich geht: krampfhafter Luxus um jeden Preis.

Davon aber mal abgesehen, mag ich das Hotel. Urspruenglich war geplant, das Hotel direkt an der Kueste zu bauen. Da aber der Schattenwurf grosse Teile der umliegenden Straende verdunkeln wuerde, hat man entschieden, das Hotel ca. 300m weit ins Meer zu setzen, was das ganze noch spektakulaerer macht. Die naechtliche Beleuchtung ist meines Erachtens viel zu bunt, aber der Riesenbrunnen und die Feuerfontaenen vor dem Eingang haben schon was.

Wochenlang im Vorraus war schon kein Platz mehr zu bekommen in der Sky View Bar ziemlich weit oben mit Blick ueber den Golf und eine der Palmeninseln, also habe ich fuer mich und Matthew einen Tisch in einem Cafe in der Lobby reserviert- zum Afternoon Tea. Es war sehr nett und auch interessant, aber nach dem ganzen Hype um dieses Hotel schon ein wenig ernuechternd und stellenweise erschreckend geschmacklos. Verbotenerweise haben wir uns in den Fahrstuhl zur Sky View Bar geschmuggelt, wurden aber dort am Eingang abgefangen- allerdings wurde uns, nachdem wir solange gewartet hatten, bis die Gaeste auch den letzten Tropfen Sekt aus ihren Glaeschen geschluerft hatten, Eintritt gewaehrt und wir konnten einen kurzen Blick aus dem Fenster werfen.

Als Nicht-Gast kann man sich dem Hotel nur naehern, wenn man durch eine Buchungsnummer beweisen kann, das man einen Tisch in einem der Restaurants gebucht hat- ansonsten bleibt einem nur der Blick aus der Ferne. Wie sich herausstellte, reicht das aber vollkommen aus.

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When you think of Dubai, the first thing that comes to your mind is the Burj Al Arab, the luxury hotel that is on the cover page of every single city guide.

Let me start with the following quotation (it might be a bit dramatic, but still, there is some truth to it): 'Both the hotel and the city, after all, are monuments to the triumph of money over practicality'.

It cost approximately more than 600 million pounds to built this hotel and despite the rather ridiculous room rates (500 pound for the smallest room, which by the way is six times the size of my old flat in Berlin and has two floors up to 13.000 pound for the Royal Suite) it appearently will take 50 years until they break even with the construction cost- if they are fully booked all the time that is. But as mentioned before, it's not about profitibility (looks wrong- too many i's?)- it's all about prestige. Sheikh Muhammad bin Raschid Al Maktum himself, ruler of Dubai and vice president of the UAE, paid for all of it to show the world that he doesn't have to worry about money as Dubai has more than enough of it and to create an iconic building- he accomplished both of it. But does the world really need a hotel which weekly room rates would be enough to built a family house?

From the outside it is a rather impressive building and I always heard of its incredibly luxurious interior- but the fact that it is also known as the first seven star hotel (how difficult can it be to introduce international regulations for the hotel star rating system?) in the world shows, what is is actually all about: showing off.

Apart from the interior, I quite like the hotel. Initially they intended to build it right on the beach, but as its shade would have covered most of the adjacent beaches they decided to relocate it approximately 300m into the sea which makes it even more impressive. I think that the lighting at night is a bit too colourful, but the huge fountain and the fire features at the main entrance are pretty good.

Even weeks in advance it was too late to book a table for the Sky View Bar in one of the top floors with view over the gulf and one of the palm islands, but I was able to get a booking for an afternoon tea in the cafe in the hotel lobby for Matthew and me. It was nice and interesting, but especially after my high exceptations it was rather disappointing and sometimes even shockingly tasteless. Although we weren't supposed to, we took one of the lifts that takes you up to the Sky View Bar, but unfortunately security stopped us at the entrance to the bar. They offered that we could have a brief look out of the window though if we were willing to wait until all the guests have finished even the last drip of their sparkling wine which of course we were willing to do.

If you are not staying in the hotel you can only approach the hotel if you have a booking number for one of the restaurants- otherwise all you can do is to have a look at it from the distance. To be honest, this is the best part though.