31.10.06

Hunsrück


Klulturschock Hunsrück

"Ich stelle fest, dass je älter ich werde, umso komischer werde ich was Romantik betrifft. Ich könnte ganz für mich alleine plötzlich ausbrechen in einen romantischen Anfall, dass ich schon bei dem Wort 'Teetasse' ins Schluchzen ausbrechen könnte."

Diese Zeilen sind natürlich mal wieder bei Gerogette Dee geklaut (und ich hoffe, dass Jan oder Karen mir bei der Übersetzung ins Englische ein wenig unter die Arme greifen kann), aber trotzdem war ich sehr überrascht ob meiner ebenso heftigen wie unerwarteten Sehnsucht und Heimatsduselei, welche mich in den Tagen ergriff, die ich auf dem Hunsrück verbrachte.

Zur Veranschaulichung: Auf dem kurzem Weg von meinem Heimatdorf zu der Taufe. Man passiert Dörfer und Städtchen, die es schon seit Jahrhunderten gibt, manche mit Burgruinen aus dem Mittelalter im Zentrum oder gar noch Überresten aus der Römerzeit. Zwischen den Ortschaften dann hügelige Landschaft und uralte Buchenwälder, in denen schon die Römer mit den Germanen Fangen gespielt haben. Dann auch noch die Serpentinen zum viel besungenen Rhein runter und rein in ein klitzekleines Kapellchen am Flussufer aus dem 13. Jhd., in dem ich dann auf meinem Flügelhorn Liedgut aus dem 17. Jhd. zum Besten vorzutragen versuchte (und die gute alte Lorelei auf ihren Fels wahrscheinlich kurz im Haare kämmen inne hielt, um sich die Ohren zuzuhalten) und die kleine, anwesende Gemeinde unter Anwendung eines uralten Rituals den Taufwassersegen heraufbeschwor und althergebrachte Weisen zitierte, die mir schon von Kindesbeinen an eingetrichtert wurden (selbst beim Grossen Glaubensbekenntnis kam ich nur einmal ins Stocken ob der Reihenfolge der "Ich glaube"-Aufzählungen- natürlich genau der Moment, in dem mich der Pastor ansah und mein Holpern mit einem argwöhnischen Blick quittierte, als sei das jetzt die Bestätigung dafür, dass ich ihn nur wenige Minuten vorher dreist ins Gesicht gelogen habe als er mich fragte, ob ich denn das zu taufende Kind im christlichen Glauben zu erziehen gedenke...).

Jedenfalls: Vor soviel Historie wurde mir schon fast ein wenig schwindelig (was natürlich auch an meinem gesteigerten Rauchverhalten und daran, dass ich schon seit Monaten das Instrument nicht mehr angerührt habe, gelegen haben kann). Natürlich hat auch Dubai eine lange Geschichte, von der ich allerdings leider nicht ganz so viel mitbekomme. Falls du die Bilder noch nicht kennst, guck sie dir an. Sie zeigen die Strasse hier in Dubai, in die ich bald ziehen werde. Das zweite ist vom letzten Jahr und man mag es kaum glauben, aber das erste zeigt die gleiche Strasse, lediglich 15 Jahre früher. Und dann soll man mal bei den Wörtern "Römerkastell", "Buchenwälder" oder "Lorelei" nicht ins Schluchzen ausbrechen.

Okay, ich geb ja zu, dass ich auf Grund wirtschaftlicher, infrastruktureller und diverser anderer Gegebenheiten in näherer Zukunft nicht vorhabe, zurück auf den Hunsrück zu ziehen, aber auch London kam mir trotz Regen und Dunkelheit sehr viel echter und lebendiger vor als Dubai- und nicht nur, wenn ich schon nachmittags mit Jan in Soho in einer schwulen Kneipe sass, Bier trank und mich über groteske Haarfrisuren und eigenwillige Kleidungsstile vorbeischlendernder Jungtucken amüsiert habe (die ich natürlich auch tragen würde, wenn ich noch jung wäre, noch Haare auf dem Kopf hätte oder die entsprechende Figur hätte) oder Veranstaltungshinweise überflog, deren Anzahl pro Tag die der Anzahl pro Monat ini Dubai Uebersteigt oder Partyhinweise durchlas, die selbst mir die Schamesröte ins Gesicht trieben. Daran können auch weder ein Superjob noch ein noch so hohes Gebäude, die Möglichkeit, in der Wüste Ski zu fahren, billige Zigaretten oder ein gekühlter Swimmingpool auf dem Dach was ändern.

So, genug genörgelt. In zwei Tagen ziehe ich ja in die neue Wohnung und ausserdem fängt gerade die Outdoor-Saison an, was mich beides bestimmt ein wenig milder stimmen wird. Zudem habe ich gerade auf dem Weg vom Büro ins Internetcafé nicht mal geschwitzt und zugleich den besten (und günstigsten) Schawarma meines Lebens gegessen.

Fotos von meiner neuen Wohnung demnächst!

P.S.: Ausserdem habe ich rausgefunden, dass man die google.co.uk-website (die ohnehin meine Startseite ist) personalisieren kann, u.a. z.B. mit einer Weltzeituhr London-Dubai-Sydney-Hunsrück oder aber gar mit diversen Blogs :o) Sobald man den Explorer aufmacht, wird alles firsch auf den Tisch gebracht. Einfacher geht's nicht :o)


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Culture shock Germany

"I realise that the older I get, the weirder I get when it comes to romance. Sometimes a strong and sudden romantic feeling hits me and just the word 'cup of tea' would make me cry."

Of course, once again this is a quotation from Georgette Dee (and I hope that Jan or Karen can give me a hand with the translation!), but I was really surprised about my strong and fond feelings that I got when I spent some days in the Hunsrück (German country side where I grew up).

Let me try to explain: Let's just have a look at the short drive from my parents place to the place where the christening took place. I passed small villages and towns that are a couple of centuries old, some of them built around castles from the middle age, some of them even built around old buildings from the Romans. In between the villages I went over hills and through ancient beech forests in which the Romans already played hide-and-seek with the Germanics. Then I went down the hills, down the serpentines, down to the river Rhine and into a tiny chappel from the 13th century close to the river. I was playing the trumpet during the ceremony (poor old Lorelei probably stopped combing her hair for a minute in order to put in some ear plugs) and some of the tunes were from the 17th century! We were using an ancient ritual to bless the water for the christening and we were praying old prayers which I learnt when I was young (and I even just struggled once with the Grosses Glaubensbekenntnis because at the end I couldn't remember the order of all the 'I believe in...'-things. Of course this was the moment where the priest looked at me and he gave me a sharp look which suggested that this just proved that I lied to him earlier on when he asked me whether I intend to raise the baby-girl in a catholic way...)

At any rate: There was so much history around me that day, that it almost made me dizzy (although another reason for my dizziness could be the facts that I smoke a lot at the moment and that I haven't played the instrument for a couple of months). Of course, Dubai has a long history, too. I just haven't seen a lot of it. Just in case you haven't seen these pictures yet, have a look at them now. Both show the road here in Dubai where my new home will be. The second one was taken last year, and the first one shows the same road 15 years ago- it's incredible and I think it's enough to justify some whinging when I hear words like 'Romans', 'Lorelei' or 'Grosses Glaubenbekenntnis'.

I have to admit though that there are enough reasons not to move back to my home village, but although it was cold and rainy in London, it felt so much more real and alive than Dubai- and not just when I was sitting in Soho at the Rupert Street bar with Jan, having a pint in the afternoon and making fun of the grotesque hair cuts and ridiculous clothes you see in the gay scene (which of course I would wear straight away if only I would have either some hair left on my head or the appropriate body for these clothes), having a look at the time out magazine which has more events listed a day than Dubai has in a month or having a look at the qx magazine reading about events that make even me flush. No matter how god the job, how tall the towers, how chilled the swimming pool or how cheap the cigarettes are- London is just better.

Ok, enough complaints for today. I'm moving to my new place in two days time and the outdoor season is just about to start. I'm sure, both will make me feel better. Plus I didn't sweat at all on my way from the office to the internet cafe for the first time and I just had the best (and cheapest) shawarma of my life :o)

Some pictures of my new flat will follow soon!




25.10.06

Hammam

Am Tag des atemraubendenden und atemberaubenden Bergsteigens hatte ich schon im Vorfeld auf dringende Empfehlung von Adrian und Thomas zufaelligerweise einen Termin im ortsansaessigen Hammam gemacht, einem marokkanischen Bad. Dabei handelt es sich um eine mehrstuendige Behandlung bestehend aus mehreren Waschungen, Salbungen, Reinigungen, Dampfsaunagaengen, Massagen, Baedern, Hautabschabungen und Balsamierungen. Meistens liegt man auf einer riesigen, beheizten Granitplatte, um einen herum diverse Kupferkesselchen und -toepfchen mit Schaum, Lotionen und Seifen. Man wird von ueberfreundlichen, jungen, gutaussehenden Arabern umsorgt, die lediglich mit einem Lendenschhurz bekleidet sind und deren Englischkenntnisse selbst Ex-Bundespraesidenten Luebke als englischen Muttersprachler erscheinen lassen, was sie aber nicht im Geringsten weniger redselig macht. Um sich von von diesen anstrengenden Taetigkeiten auszuruhen, gibt es gerechterweise genuegend Entspannungsphasen zwischendurch, in denen man auf einer Liege liegend Erfrischungsgetraenke, Tee, Datteln und rosenwassergetraenkte Waschlappen zur Gesichtserfrischung gereicht bekommt und man mehrmals angeboten bekommt, mit diversen Duftwaesserchen einparfuemiert zu werden waehrend im Hintergrund sanfte arabische Musik plaenkelt. Genau das Richtige nach einem anstrengenden Tag in der Wueste.

Dubai ist ein Dorf

Danach fuehlte ich mich sogar trotz des Im-Fruehtau-Zu-Berge-Erlebnisses so fit, dass ich mich noch aufraffen konnte und Marty anrief, der mir, als ich noch in London wohnte, ueber die Blauen Seiten seine Nummer hat zukommen lassen, um zu fragen, was er denn noch vor hat. Marty ist Englaender, Lehrer, hat mal zwei Jahre in Berlin gewohnt und lud mich ein, mit auf eine Party zu kommen. Die Party war sehr nett- im Garten, der aehnlich wie in meiner jetztigen Unterkunft zu einem Block von mehreren Villen gehoert, stapelten sich etwa 200 Leute um den oder gar im Pool. Allerdings zeigte mir diese Party, wie klein Dubai eigentlich ist. Ich habe Marty an diesem Abend zum ersten Mal getroffen und dachte, dass ich sonst niemanden dort kennen werde. Weit gefehlt. Ich habe sofort mehrere Kollegen dort gesichtet, zu meinem grossen Entsetzen unter anderem denjenigen, auf dessen Couch ich zwei Wochen zuvor betrunken eingeschlafen war. Diesmal war er aber definitv betrunkener als ich, was mich sogleich beruhigte. Ausserdem habe ich einen Freund von Diego dort getroffen, den ich vorher schon zweimal getroffen habe als ich mit Diego unterwegs war. Ich habe mich mit ein paar neuen Leuten unterhalten und auch dort gab es meistens Querverbindungen: Eine ist eine Freundin einer Kollegin, andere wiederum kannten Diego, die Gastgeberin kennt das Buero, in dem ich arbeite ziemlich gut und eine andere wohnte frueher mit dem Lebenspartner einer meiner Kollegen zusammen. Ich dachte, das kann doch alles nicht wahr sein, schlimmer als auf dem Hunsrueck, aber eigentlich ist es nicht weiter verwunderlich wenn man bedenkt, dass in Dubai nicht mal eine Million Menschen leben, von denen 20% Einheimische sind, die in einer eigenen Welt leben und vom Rest wiederum 70% Inder sind, die auch in ihrer eigenen Welt leben. Marty hat sich irgendwann mit einem Brasilianer abgeseilt und ich habe nie wieder was von ihm gehoert. Fuer mich ist zwar kein Brasilianer abgefallen, dafuer habe ich mich aber blendend mit einer ganz reizenden Irlaenderin mit einem sehr trockenen Humor verstanden, die mich vom Aussehen her sehr an Britta aus Hamburg erinnert- ich war beeindruckt, wie sie es selbst noch im betrunkenen Zustand schaffte, fast jeden Satz mit einem "Schaetzchen" oder "Liebes" zu beenden- herrlich!

Wohnungssuche

Letzte Woche wurde mir mitgeteilt, dass ich die Probezeit fruehzeitig und erfolgreich ueberstanden habe und sie nun meine Aufenthaltsgenehmigung beantragen werden. Da viele neue Kollegen anfangen, stuende es mir frei, schon jetzt eine Bleibe zu finden, um Platz fuer Neuankoemmlinge zu schaffen. Usere Personalabteilung fragte mich in den letzten Tagen freundlich aber taeglich, ob ich denn schon was gefunden habe. Ich wuerde ja zu und zu gerne in einem dieser Hochhaeuser auf der Sheik Zayed Road wohnen, die in allen Reisefuehrern abgebildet sind. Ich hatte ja bereits erwaehnt, dass Chris, der suedafrikanische Frisoer einen Mitbewohner sucht. Ich habe mir nun auch seine Wohnung angesehen und wir haben beschlossen, dass ich zum 1. Nov. dort einziehen werde! Super Lage, 16. Etage mit Blick aufs Meer und die Baustelle, wo sie Inseln in Form der Weltkarte aufschuetten (obwohl es schon noch ein Stueckchen ist bis zum Meer, aber sehen kann man es trotzdem), relativ guenstig (uebersteigt nur geringfuegig meinen Mietzuschuss), Preis beeinhaltet alle Nebenkosten inkl. Putzfrau und gekuehltem Swimmingpool auf dem Dach, in der Wohnung ist alles schon da, was man braucht und mein Zimmer hat schon Bett, Schrank, Schreibtisch und Fernseher. Ich habe mein eigenes Bad und von meinem Zimmer hab ich Zugang zu einem der Balkone. Und das alles, ohne grossartig zu suchen- da lacht das Herz des erfahrenen Wohnungssuchenden! Zwar wohne ich dann luftlinienmaessig sehr nah an Diego, allerdings wohnt er auf der anderen Seite der zwoelf Spuren, wodurch ich zu Fuss um die 30 min braeuchte, um zu ihm zu gelangen. :o)

Fotos folgen in Kuerze sobald ich von meinem Londonurlaub zurueck bin.

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Hamman

Adrian and Thomas highly recommended a visit to the hamman, a Moroccan spa. Luckily I had booked an appointment at the same day when we did the rock climbing- just the perfect thing to do after a very dusty and exhausting day in the desert. The Royal Treatment included several washings, rubbings, cleansings, spas, massages, baths, peelings and embalmings. Most of the time you lay down on a huge, warm granite slab and there a heaps of copper pots and kettles around you with foam, soap or pastes in it. Some over-friendly, young, and good-looking Arabic boys are taking care of you, just dressed with a towel and although their English skills are almost non-existent, they chat to you all the time. In order to take a rest from all these exhausting activities, there is a room with soft Arabian music in the back-ground where you lay down to relax while they serve you drinks, dates and towels soaked in rose water to refresh your face.

Dubai is a village

After the Hammam I felt so refershed that despite of the exhausting rock climbing in the morning I still felt like going out. I called Marty again, a British guy working as a teacher who sent me his phone number via a gay chat site when I still was living in London. He seems to be quite nice and he lived in Berlin for two years so his German is rather good. He invited me to come to a friend's party. It was a good party in the garden of a villa similar to the one I'm staying at the moment. There were about 200 guests cramped around or even in the pool. However, this party showed how small Dubai actually is. I thought that I wouldn't know anyone apart form Marty who I just met this evening. But when I got there, I instantly spotted some of my colleagues. Unfortunately the one on whose couch I fell asleep two weeks ago was amongst them. But after I realised that this time it definitely was him who drank way too much, I relaxed. Shortly after that I met some friend of Diego who I already met a couple of times going out with Diego. I chatted to some people I didn't know before and there always were some kind of links to other people I know. One girl is a friend of a colleague, some guys are working for the Emirates Airline and know Diego, the host knows my office quite well and another girl used to share a flat with the partner of one of my colleagues. I just couldn't believe it, it was even worse than on the German country side, but thinking about it for a while, it's not a surprise: there are just about one million people living in Dubai: 20% locals (who live in a completely different world than I do) and 80% foreigners. 70% of the foreigners are Indians, who again live in a different world. Marty got lucky with a Brazilian guy. They disappeared and I never heard from him again. No Brazilians for me, but even better: I met a lovely Irish girl with a great wry sense of humour. Amazing how she managed to finish every single sentence either with 'love' or 'darling'. She is great.

Flat hunt

Last week my boss told me that I succesfully passed the trial period at work and that they are now going to process the application for my work permission. As there are loads of new colleagues arriving every week, they offered that I already could start looking for a new flat although my three months haven't passed yet. Our HR department keeps on asking how my flat hunt is going on, which obviously means that the 'could' actually is a 'have to'. I would love to live in one of these sky scrapers on the Sheik Zayed Road which are shown in all travel guides. I already mentioned that Chris, the South African hair dresser is looking for a flat mate. I had a look at his flat and we think that we will get on quite well, so I will move in to his two bed room flat on the 1st of November! Great location on Sheik Zayed Road, 16th floor with view to the construction site of the island shaped like the map of the world (although it's still quite a bit to the sea, but still...), the price is alright (just a little bit more than my rent allowance), the rent includes all bills, a cleaning lady and the chilled swimming pool on the roof top. The flat comes with everything I need and even my room is nicely furnished and has a tv. I have a bathroom for myself and I can access one of the balconies from my bed room. I just had a look at one other flat before and already found a great place to live- especially after the last time when I was looking for a nice place to stay in London a real relief. I took me ages and about 35 flats until I found the room in the lovely house in Beryl Road. Diego is living very close to this tower, unfortunately his flat is across the road, on the other side of the twelve lanes and it would take me half an hour to walk to his place. :o)

Some pictures will follow soon- after my short trip to Europe.

17.10.06

Die Wueste / The desert

Alles wird gut

Nach einigen weniger erfolgreichen Zeiten hat sich letzte Woche als sehr zufriedenstellend herausgestellt. Es fing damit an, dass ich endlich einen der Bekannten von Bekannten getroffen habe. Ich habe die Kontaktdaten von Chris, einem südafrikanischen Frisör, über einige Ecken erhalten deren Ursprung bei Karen aus London liegen. Vielen Dank nochmal!

Er scheint sehr nett zu sein und wohnt in einem der vielen Wolkenkratzer auf der Sheik Zayed Road, der Strasse wo auch Diego wohnt und wo auch die Emirates Towers stehen. Diese Strasse ist uebrigens sechsspurig (für jede Richtung sechs Spuren) und als ich mal mit Diego von seiner Wohnung in eine Bar auf der anderen Seite der Strasse wollte, mussten wir uns ein Taxi nehmen, da es keine Überquerungsmöglichkeiten gibt. Chris hat eine Zweizimmerwohnung und überlegt gerade, ob er das zweite Zimmer nicht untervermieten soll- er hat auch angdeutet, dass ich ja evt. einziehen könnte, aber wir wollen mal nicht über noch ungelegte Eier gackern. Werde mir heute Abend die Wohnung ansehen.

Ausserdem haben wir letzte Woche vier neue Kollegen bekommen. Eine davon ist aus Korea, hat in Sydney studiert und auch sie scheint sehr nett zu sein. Sie hat mich gefragt, wie ich mich denn so eingelebt habe und ob ich schon viele Freunde hier hätte. Ein wenig beschämt habe ich verneint, aber sie meinte dann "Ach wie toll, wir können dann ja Freunde sein." Kam zwar etwas unerwartet und unter normalen Umständen würde es mir ein wenig befremdlich vorkommen (jemand sagte mir, das sei eine asiatische Eigenart, sehr schnell zur Sache zu kommen, wenn es um Freundschaft anbieten geht), aber in diesem Moment war es Balsam für meine geschundene Seele. Mal sehen, was sich daraus noch ergibt. Sie hat mich gleich auf die Party einer ihrer Feundinnen eingeladen, die dann allerdings kurzfristig abgesagt werden musste, da der Hund der Gastgeberin verstorben ist und sie deswegen Hals über Kopf zurück nach Korea ist.

Als Sahnehäubchen der Woche wurde ich dann noch von meiner Chefin auserkoren, zusammen mit einem anderen Kollegen nächste Woche ein Designkonzept für irgendein hypermodernes Projekt (ich glaube ein Mega-Shopping-Center in Saudi-Arabien) aus dem Hut zu zaubern- als kleine Abwechslung zu meinen jetztigen Toskana-Imitationen. Sie hätte ja meine anderen Konzepte gesehen und da sie was modernes und zeitgemässes haben wollen, sei ich genau der Richtige- auch das Balsam für meine Seele. Wenn das der olle Prof. Schmidt von der TFH gehört hätte...

Die Saison ist eröffnet

Da es jetzt nicht mehr "unerträglich heiss", sondern nur noch "viel zu heiss" ist, fängt jetzt wieder die Zeit an, in der man hier am Wochende auch mal was draussen unternehmen kann. Einige Kollegen und einige derer Freunde haben einen Trip in die Wüste vorgeschlagen, um dort ein wenig durch die Berge zu wandern. Hörte sich toll an, nach einem gemütlichen Spaziergang durch eine hübsche Landschaft. Es stellte sich auch heraus, dass es sich dabei um eine hübsche Landschaft handelte, der gemütliche Spaziergang dagegen war alles andere als das. Bergsteigen trifft es besser.

Im Nachhinein bin ich dankbar, dass hundstodbedingt die Party am Vorabend abgesagt wurde und ich mir nicht die Nacht um die Ohren geschlagen habe oder betrunken auf irgendeiner Couch eingeschlafen bin- ich kann vor lauter Muskelkater immer noch nicht richtig gehen. Schon die Hinfahrt war toll- vorbei an Herden von wilden, struppigen Ziegen, die teilweise in den Bäumen sassen und das letzte Grün abrupften, vorbei an Kamelrennbahnen, ueber die aus Trainingszwecken Horden von Kamelen getrieben wurden und weiter durch die Wüste mit Sanddünen und ein paar widerspenstigen, knorrigen Bäumen.

Irgendwann kamen wir dann in einer Geröllwüste an, aus der sich wie aus dem Nichts schroffe Berge erhoben. Das Ziel unseres "Spaziergangs" war die Kuppe einer dieser Berge. Sehr anstrengend und schweisstreibend, aber es hat sich gelohnt! Hier einige Bilder.

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A successful week

After a couple of weeks that haven't been as successfull as I wanted them to be, the last week turned out to be a very nice one. First of all, I eventually met a friend of a friend of Karen from London. Chris is an South African hair dresser living in Dubai and he is staying in one of the sky scrapers on Sheik Zayed Road, the same road where Diego is living and where the Emirates Towers are. By the way, this road has six lanes for each direction and when I visited Diego the other day we had to catch a cab to the bar on the other side of the road as there are no options to cross it. Chris is living in a two bed room flat and is thinking about renting out the second room. He briefly mentioned that I could be the one moving in- but let's not start cackling about eggs that haven't been laid yet (sorry, German expression- is there an English equivalent?). I will have a look at the flat tonight.

There are a lot of new colleagues coming in every week. One of them is from Korea, did her studies in Sydney and seems to be rather nice. She asked me if I already settled in and if I already made some new friends. A little ashamed I admitted that I didn't, but she just said "Oh, that's great! We could be friends then!" I didn't expect that at all and under other circumstances that would have been a little bit strange (someone told me it's an Asian thing to offer friendship quite quick), but at this moment I just loved her. Let's see how that goes. She already invited me to a party of one of her friends. Unfortunately this party had to be cancelled at short notice because the host's dog died and she had to go back to Korea head over heels.

And to make the week perfect, my boss has asked me and another colleague to come up with a conceptual design for some huge and very modern shopping mall in Saudi Arabia- a nice little change from the tacky Tuscan imitation.

Finally autumn

The weather has finally changed from 'unbearably hot' to just 'way to hot' and so you eventually can spend some time on the weekends outdoor! Some colleagues and some of their friends suggested to drive into the desert and to go for some hiking in the mountains. Sounded great to me- some relaxing walking through a beautiful landscape. The landscape turned out to be very beautiful indeed, but the relaxing walking turned out to be serious rock climbing. After the climbing I was actually quite glad that this dog died as I had a very early night instead of falling asleep on my host's couch like I did the week before. My muscles are still that sore that I'm still having difficulties to walk properly.

Just the drive to the mountains was already great though: We passed flocks of wild, shaggy goats (some of them sitting in the trees to get even the last green leaf left on the tree) and camel race courses where they trained herds of camels, we went through the desert with sand dunes and some rebellious trees and we finally arrived in a rock desert with steep mountains. The aim of our 'walk' was the top of one of these mountains. Very exhausting and I felt so sticky and sweaty afterwards, but it was worth it! Just have a look at the pics.



Mein Mitbewohner Mat / My flat mate Mat



Die Sandwueste / The sand desert



Die Geroellwueste / The rock desert











Bergziege / Mountain goat



Meine beiden Mitbewohner: Mat (2. v. l.) und Damien (unter dem Fels, rot-weisses T-Shirt)
My flat mates: Matt (second from the left) and Damien (under the boulder, red and white shirt)






08.10.06

Ramadan vs. Kindstaufe / Ramadan vs. Christening

Ramadan

Seit zwei Wochen befinden wir uns im heiligen Monat des Ramadans, was erhebliche Auswirkungen auf das Leben in einem islamisch geprägten Land hat. Von 4 Uhr morgens bis kurz nach 18 Uhr wird gefastet (Sonnenauf- bis -untergang)- selbst als Nicht-Muslim darf weder gegessen, getrunken noch geraucht werden. Was ich zu Hause mache, ist natürlich meine Sache und zum Glück wird auch von niemanden im Büro erwartet, zu fasten. Wenn allerdings der büroeigene Kaffee- und Teeservierer, der praktizierender und gläubiger Muslim ist und demzufolge natürlich fastet, in unser Zimmer kommt, während ich gerade an meiner Cola light nippe, genussvoll in eine Banane beisse oder an libanesischen Backwaren rumknabbere, fühle ich mich schon ein wenig ertappt- dass er allen Leuten Getränke servieren muss, macht dem armen Kerlchen das Fasten bestimmt auch nicht einfacher.

Aber davon abgesehen hat der Ramadan während der Woche keinerlei Auswirkungen auf mich- bis auf, dass alle Restaurants tagsüber geschlossen sind und selbst abends viele Bars geschlossen bleiben. Es gibt ein Gesetz, welches besagt, dass während der Fastenzeit alle Arbeitszeiten um mind. zwei Stunden verkürzt werden müssen, was allerdings von unserem Arbeitgeber in der Vergangenheit nicht weiter ernst genommen wurde. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass dieses Jahr das erste Jahr ist, in dem mein Chef sich zur Gesetzestreue hat durchringen können. Ich fange z.Zt. erst um 9 Uhr an und habe schon um 17 Uhr Feierabend, was sogar 30 min weniger sind als in meinen vorherigen Jobs! Der oben erwähnte Servierer hat übrigens noch zwei Arbeitsstunden weniger pro Tag- zwei Stunden mehr, in denen ich mich gewissenbisslos und ungehemmt der Völlerei widmen kann.

Wenn ich an den Wochenenden in einer der Einkaufszentren bin, merkt man schon den Unterschied- alle Cafes sind geschlossen, nur die teureren Restaurants servieren verborgen hinter schweren, schwarzen Vorhängen weiter und allem in allem ist sehr viel weniger los. Viele Geschäfte haben mittags und nachmittags geschlossen und öffnen erst abends wieder, dann aber bis spät in die Nacht. Ausserdem kann ich an Wochenenden auch nicht wie sonst auf unserer Terrasse am Plastiktisch sitzen und gemütlich eine Zigarette rauchen, sondern kauere verängstigt hinter der Yucca-Pflanze und versuche dabei mit geringem Erfolg, möglichst wenig Rauch zu verursachen. Ich habe gelesen, dass jeden Abend privat und in Restaurants und Cafes das Fastenbrechen kräftig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wird (was wahrscheinlich mit ein Grund für die reduzierte Arbeitszeit ist), habe davon aber leider ausser diversen Feuerwerken noch nicht allzu viel mitbekommen. In der Tagespresse wird permanent darauf auferksam gemacht, wie gefährlich diese Feuerwerkskörper seien und dass es höchst illegal sei, selbige zu besitzen. Man solle doch auch bitte alle Läden, die dieses lebensgefährliche Teufelswerk anbieten, umgehend der Polizei melden.

Ausserdem weist man darauf hin, wie unpassend es gerade während dem Ramadan sei, kurze Röcke und ärmellose Hemden zu tragen. Schön und gut, man möchte ja auch wissen, was man falsch macht und man möchte sich ja auch den örtlichen Sitten und Gebräuchen anpassen. Ich frage mich aber, ob die bildliche Darstellung auf der Titelseite von jungen Frauen, die diese verwerfliche Kleidung tragen und deren Augen mit schwarzen Balken kaschiert wurden wirklich nur der Veranschaulichung dient oder ob durch das Zeigen von nackter Haut auch ein wenig darauf spekuliert wurde, die Verkaufszahl zu steigern.

Visa-Run und Kindstaufe

Der Stempel in meinem Pass gilt nur für 60 Tage, danach muss ich kurz das Land verlassen, um bei der Rückreise einen neuen Stempel zu bekommen. Üblicherweise bezahlt das Büro einen Flug in eines der Nachbarländer (leider nicht nach Europa). Das ganze nennt sich dann Visa-Run. Nach drei Monaten Probezeit wird mein Arbeitgeber aber ein richtiges Arbeitsvisum für mich organisiert haben, weswegen dann das Umherreisen während der Arbeitszeit auf Arbeitgeberkosten leider entfällt.

Der Ramadan endet Ende des Monats und das ganze wird dann mit einem mehrtägigen Fest gefeiert (Eid al-Fitr), an dem wir hier Feiertage haben. Da ich in dieser Zeit eh meinen Visa-Run machen muss, dachte ich mir, ich kann selbigen auch gleich nach Europa machen.

Zwar verpasse ich dann das religiöse Highlight des islamischen Kirchenjahres. Aber da mich meine Cousine Nina als Patenonkel für ihre kleine Tochter auserkoren hat und der ursprüngliche Termin an Weihnachten nicht klappt, da ich nur unter der Bedingung frei bekommen habe, dass ich in Dubai bin und bei Not am Mann ins Büro kommen kann ("Neues Schwein muss sein"- aber halb so wild- Matthew hat gerade seine Tickets gebucht, um Weihnachtsmann zu spielen- ich werde also nicht alleine am Strand sitzen und Wunderkerzen abbrennen), konnten wir es kurzfristig einrichten, die Taufe Ende des Monats abzuhalten. Und da ich das ganze noch mit einem kleinen Abstecher zu Matthew nach London verbinden kann, passt das alles perfekt zusammen. Ich werde am Freitag, dem 20. Oktober früh auf dem Hunsrück ankommen, die Taufe ist am Sonntag, dem 22. in Spay am Rhein, am Dienstag, den 24. fliege ich vom Hahn nach London und am Samstag, den 28. geht's wieder zurück nach Dubai. Audienzen auf Anfrage 8)


Libanesische Backwaren fuer den Samstag-Nachmittags-Kaffeeklatsch

Libanese sweets for the Saturday afternoon tea



Ramadan

The holy month of Ramadan started two weeks ago, which has quite an impact on your everyday life if you happen to live in an Islamic country. From 4am to 6pm (sun rise to sun set) people have to fast- even if you aren't a Muslim you aren't allowed to eat, to drink or to smoke. Of course I can do whatever I want when I'm at home and fortunately nobody expects us to fast in the office, so during the week I hardly realise that the Ramadan is going on at all- apart from restaurants shutting down during the day and a lot of bars being closed for the entire month. However, the guy in the office who serves tea and coffee is a very religious and faithful Muslim and whenever he enters our room while I'm just sipping at my diet coke or nibbling some Libanese sweets, I feel like being cuaght in the act- it probably doesn't make fasting easier when you have to serve drinks all day long.

There is a law that says that during Ramadan everyone should work at least two hours less than he usually does. Our office didn't care in the past though, so I was very pleased to hear that they finally decided to join the lawful side. At the moment I have a 9 to 5 job which is even 30 min less than back in London or Germany! The guy who serves drinks in the office even works two additonal hours less- two more hours where I can indulge in gluttony without having too many pangs of conscience. (Oh my god, a lot of stuff I had to look up in the dictionary- I hope it doesn't turn out to be something obscene again...)

When I'm going to one of the shopping malls at the weekend, I can see the difference though- all the cafes are closed, just the more expensive restaurants are still serving food behind thick, black curtains, and it's much less busy. Most of the shops shut down before lunch time and won't be open during the day. They re-open in the evening though and you can shop until late in the night. At the weekend I cannot have a cigarette sitting at the plastic table on our terrace- instead I anxiously cower behind the yucca plant trying to produce as few smoke as possible- obviously not very successful. I read that when people break there fasting after sun set, they celebrate it at their homes, in cafes or restaurants unitl dawn (probably one of the reasons to reduce the working hours)- unfortunately I haven't seen anything about it (apart from some fire works). The newspapers continously point out how dangerous these fire works are and how illegal it is to own them. They ask to report to the police any shop selling these life threatening stuff.

They also point out how inappropriate it is to wear short skirts and sleeveless shirts, especially during the holy month of Ramadan. Which is fair enough- I want to know what I'm doing wrong in my host country and I want to adopt to the local habits and customs. However, I'm wondering if the illustration on the cover page of young women wearing these indecent clothing is just for proving their point or if they actually hope that some naked skin on the front page helps to sell the news paper.

Visa Run and christening


My visa is just valid for 60 days. After that I have to cross the boarder and get a new stamp on my way back. My employer is going to pay for a plane ticket to one of the adjacent countries- unfortunately not to Europe. This is called the visa run. After my three monts trial period I will receive a proper working visa though. No more travelling during my working time on the expenses of the company after that any more I'm afraid.

Ramadan ends at the end of the month and there will be a couple of public holidadays to celebrate this event (Eid al-Fitr). At the same time I have to do my visa run and I thought it might be nice to do the visa run to Europe.

Because of this trip I will miss out on the religious highlight of the islamic year, but as my cousin asked me to be the god-father of her little baby daughter, I thought this is a good time for the christening. On my way back I'm going to have a stop over in London to see Matthew and hopefully some other friends. Actually we wanted to do the christening in December, but I just got the approval for some days off after I mentioned that I will stay in Dubai so I can come in to the office if there'll be an emergency- but I'll be fine as Matthew already booked his plane tickets to Dubai to be my Santa Claus and I won't have to sit at the beach singing christmas songs by myself. I will arrive in Germany on the 20th, I will come to London on the 24th and on the 28th I'm already off to Dubai again. Appointmenst on request 8)

03.10.06

Aller Anfang ist schwer / Getting started

Aller Anfang ist schwer

Ich bin ja nun schon zum fünften Mal in eine Stadt gezogen, in der ich niemanden kannte. Das wird glaube ich auch das letzte Mal sein. Es wird nicht einfacher, Leute kennen zu lernen. Ich geh ja auch schon stramm auf die 30 zu. Der nächste Umzug wird mich aller Wahrscheinlichkeit in eine Stadt bringen, in der ich schon mal gelebt habe- hoch im Kurs London und Berlin. Es war auch nicht einfach in den anderen Städten, aber momentan habe ich den Eindruck, dass es hier besonders schwierig ist. Das hier sollte ja eigentlich ein kurzweiliger Blog über meine tollen Erfahrungen in Dubai werden, aber da Matthew angedroht hat, eine meiner langen Jammer-E-Mail hier zu veröffentlichen, wenn ich nicht selbst das Wort ergreife, hier nun auch eine Schilderung der weniger schönen Seiten mit der Hoffnung auf ein wenig Unterstützung aus der Ferne (Mit-dem-Zaunpfahl-wink).

Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, diverse Bekannte bzw. Freunde von diversen Bekannten bzw. Freunden hier in Dubai zu treffen. Allem in allem sind es fünf Personen, deren Kontaktdaten mir zugesteckt wurden. E-mailen, SMSen, telefonieren, verabreden- alles schön und gut. Kurz vorher absagen oder schlicht und einfach versetzen und nicht mehr melden- schon etwas frustrierend- aber wo hört Am-Ball-Bleiben auf und wo fängt Sich-Aufdrängen an? Zwei befinden sich aber noch in der Am-Ball-Bleiben-Phase.

Zumindest hat mich Matthew überzeugt, dass von nichts bekanntlicherweise auch nichts kommt und dass überraschenderweise niemand hier auf meine Ankunft gewartet hat. Ein wenig Dreistigkeit und Aufdringlichkeit ist gefragt, eine meiner weniger gut ausgeprägten Eigenschaften. Permanentes Nachfragen bei Diego und meinen Kollegen, was sie denn fürs Wochenende geplant hätten, führte dazu, dass ich früher oder später gefragt wurde, ob ich mich denn nicht anschliessen wolle. Na bitte, geht doch.

Party

Letzten Freitag bin ich dann also zu der Privatparty in die Villa (hier wird alles Villa genannt, was, wenn auch recht hübsch und nett, nichts anderes als ein Haus mit grossem Gemeinschaftsraum und zwei oder mehr Schlafzimmern ist) eines Kollegen. Es hätte auch sehr nett werden können, ich habe neue Leute kennengelernt und habe erfahren, dass es sich bei dem Amphib (bei der Amphibie?), welches in meinem Schlafzimmer sein Unwesen treibt, tatsächlich um einen Gecko handelt- und zwar um einen harmlosen, der mir sogar bei der Insektenbekämpfung (inklusive Giftspinnen) behilflich sein soll. Ich habe neulich wieder einen gesehen und ihn sogar fotografiert. Ich hatte ihn ja orange in Erinnerung und mit viel grösseren Augen- wahrscheinlich ein Ergebnis des Schreckmomentes. Wie auch immer, jeder hat sich amüsiert, es floss reichlich Bier und aus Zusammenwirken von Hitze, zu viel Bier, allgemeiner Unzufriedenheit und zu wenig Essen wurde ich ein

wenig wunderlich und bin ich dann irgendwann auf der Couch eingeschlafen und kann mich leider nur noch schemenhaft daran erinnern, wie mein Mitbewohner mich nach Hause gebracht hat. Naja, ich werde dann wohl andere Kollegen belästigen müssen bis ich weitere Einladungen erhalte.



Der Gecko in meiner Kueche. /
The gecko in my kitchen.

Dornroeschen

Am Samstag dann habe ich Diego mit mir verabredet. Er schlug einen Spieleabend mit ein paar seiner Freunde vor, was natürlich ganz nach meinem Geschmack war. Dass ich mich selbst auf Monopoly, eines der langweiligsten, langwierigsten, unausbalanciertesten und vorhersehbarsten Spiele der Welt, gefreut habe, sollte den Ernst der Lage und meine Verzweiflung deutlich genug machen. Zumindest war es die Disney-Version von Monopoly, anstatt Ereigniskarten gab es "Show Time"- und "Magic Moment"-Karten, ich hatte die "1001 Dalmatiner" und "König der Löwen" (das Pendant zu Parkstrasse und Schlossallee) und ich wurde auf dem Spielplan von einer Dornröschenspielfigur repräsentiert, was das ganze dann doch noch etwas unterhaltsam gemacht hat, wurde aber zuguterletzt doch von Peter Pan alias Diego in die Knie gezwungen.
Diego hatte auch zufällig seine Playstation samt Karaokeequipment dabei. Von da an gings bergab. Da in dem Gebäude nur andere FlugbehleiterInnen wohnen und sich alle kennen, kamen irgendwann noch ein paar ziemlich betrunkene, ziemlich junge Mädels hinzu, die die ganzen Text von den Liedern, die ich noch nie in meinem Leben gehört habe und trotzdem singen musste, auswendig kannten. Bei jedem weiteren Lied, das ich nicht kannte, fühlte ich mich älter und älter und ich habe mich bis auf die Knochen blamiert- und das ganz ohne Alkohol...

Allem in allem ein Wochenende mit viel Potenzial, nur an der Umsetzung sollte ich noch ein wenig arbeiten.

Zahltag

Ich weiss, über Geld spricht man nicht und meine Mutter wird mich für diesen Beitrag bestimmt aus der Ferne mit einem scharfen Blick rügen, aber trotzdem- weil's so schön ins Dubaibild passt...

Pünktlich zum Wochenende hatte ich letzten Donnerstag meinen ersten Zahltag. Als Kind der Girokonto- und Kreditkartengeneration habe ich bisher meinen Arbeitslohn immer auf mein Konto überwiesen bekommen, um es anschliessend mit irgendeiner Plastikkarte zu verheizen, ohne jemals viel davon gesehen zu haben. Ich musste ernsthaft meinen Kollegen fragen, wie man einen Scheck benutzt. Nach der Arbeit bin ich dann direkt zur Bank, um Selbigen einzulösen (Ich habe übrigens rausgefunden, dass ich mit meinem hier in Dubai erworbenen Laptop, der auch arabische Buchstaben auf den Tasten hat, ganz einfach dadurch, dass ich ein Anführungszeichen vor den betreffenden Buchstaben setze, Umlaut erzeugen kann- töll, ödër?). Jedenfalls hatte ich noch nie in meinem Leben so viel Bargeld auf einmal in der Hand- nicht, dass ich hier reich werden könnte, ich verdien hier so viel wie in London auch, aber Bar auf die Kralle fühlt sich so was von besser an als ein Blick auf meinen Online-Kontoauszug!

Sie wollten mich erst mit den grossen Scheinen abspeisen, die dann auch locker in meinen Geldbeutel gepasst hätten, aber das wäre ja nur der halbe Spass. Damit es auch nach was aussieht, habe ich extra nach kleinen Scheinen gefragt, die mit einem Gummiband zusammengehalten werden müssen. Schon schön.


Zahltag / Pay Day


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Getting started

This is already the fifth time that I moved to a city where I didn't know anyone. This probably will be the last time, as well. Meeting new people doesn't get easier the older you get- I'm hitting the 30 very soon. It's very likely that the next time I move I will move to a city where I have lived before- probably London or Berlin. It hasn't been easy in the other cities neither, but I got the impression that in Dubai it is particulary hard. This was supposed to be an amusing and entertaining blog, but as Matthew threatened me with publishing one of my long and lamenting emails on this blog if I wouldn't talk about the difficulties I have, I decided to do so hoping for some long-distance-support.

I was already looking forward to meeting some friends of friends living in or travelling to Dubai. There have been five of them and we were emailing, texting, calling and setting up to meet- but none of these meetings actually ever happened up to now. They all cancelled or just didn't come back to me- kind of frustrating, but where does following-up end and where does molestation start? Two of the five are still in the following-up-stage though.

At least Matthew convinced me to take some initiative and taught me that surprisingly nobody was just waiting for me to arrive. I had to work on my skills in being shameless and molesting. It finally paid out to permanently ask Diego and my colleagues what they are up to at the weekend- last weekend they eventually asked if I want to join. Here we go- not that hard after all.

Party


Last Friday I have been invited to a party of one of my colleagues. It took place in his villa (every house in Dubai with a big living-room and two or more bedrooms is called a villa) and it could have been a really cool party, I met a lot of new people and I learnt that the monster loitering in my bedroom is just a harmless gecko who actually helps killing all the insects including poisonous spiders. I saw it again the other day and I even managed to take a picture of it. In my memories it had been orange and had much bigger eyes- probably just a matter of having been scared the firt time I saw it. At any rate, everyone was having a great time at the party, there was plenty of beer and as a result of the heat, too much beer, not being happy, and not enough food I got into a weird mood and finally fell asleep on the couch- I can't even properly remember how my flat mate got me back to our place. No worries, no pregnancies ahead- but unfortunately probably no more invitations from this colleague neither. I have to find new colleagues to molest in order to get further invitations.


Diegos Fahrstuhl /
Diego's lift

The Sleeping Beauty


On Saturday I invited myself to spend some time with Diego. I was pleased to hear that he suggested an evening playing board games with some friends. Monopoly is one of the most boring, most unbalanced and most predictable board games ever. Still I was looking foward to playing it, which is a good indicator for my stage of desperation. At least Diego owns the Disney version of Monopoly and being represented on the board by a Sleeping Beauty counter made it much more enjoyable.

Diego happened to have his playstation with him including the karaoke equipment. That's where the evening started getting worse and worse. The building is occupied by Emirates cabin crew and later in the night, some very young and very drunk girls popped by. They knew all the lyrics by heart whereas I hardly knew any of the songs at all which didn't mean that I didn't have to sing. I felt older and older with every song I didn't know and all in all it was rather embarassing- even without having drunk any alcohol...

The weekend had a rather high potential in the first place- just have to work on the translation into action though.

Pay Day

I know you shouldn't talk about money and I can actually feel a sharp look from my Mum right now, but as it fits perfectly well into the image of Dubai...

Last Thursday was my first pay day- right in time for the weekend. Being a child of the generation of current accounts and credit cards, I always got my salary transferred to my account, just to spend it with some plastic cards without actually seeing a lot of it ever. I really had to ask my colleague how to use a cheque. After work I went to the bank straight away to cash it in. I never had that much cash in my hands before- not that there would be any chance for me of becoming rich in Dubai- the salary is about the same than in London, but cash feels so much better than having a look at yout online account bank statement!

At first they tried to pay me in large notes which would easily fit into my wallet, but this would just have been half the fun. I particulary asked for smaller notes and an elastic band to hold them together. Nice one.



Die Skihalle (nur von aussen) /
Indoor skiing (haven't been inside)